Bauboom im Klassik-Sektor: Konzertsäle im Wandel

  • Mittwoch, 4. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 4. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 4. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Zahlreiche Schweizer Konzertsäle werden derzeit aufwendig renoviert: die Tonhalle Zürich, der Musiksaal Basel, das Kulturcasino Bern. Und in Deutschland, Frankreich und Polen werden ganze Musikhäuser neu gebaut. Sind Konzertsäle die neuen Fussballstadien, die Prestige-Bauten der Städte?

Was hat es mit dem Bauboom im Klassik-Sektor auf sich? Was bringen die Kultur-Investitionen den Städten, was bringen sie den Menschen?

Drei Mal nehmen wir Augenschein, um diese Fragen zu beantworten: In Zürich bei der neu eröffneten, provisorischen Tonhalle Maag, im vollständig entkernten und innen ganz neu ausgebauten Kulturpalast Dresden, und in der Elbphilharmonie Hamburg, dem derzeit berühmtesten Konzertgebäude Europas.

Der Akustik-Ingenieur Karlheinz Müller und der Musikkritiker Christian Wildhagen erläutern im Gespräch mit Jenny Berg, wie demokratisches Hören funktioniert, warum neue Architektur auch neues Publikum generieren kann, und warum in digitalen Zeiten das gemeinsame Konzerterlebnis an Bedeutung gewinnt.

Beiträge

  • Tonhalle Maag in Zürich

    Klassik im Industriegebiet: die Tonhalle Maag in Zürich

    Ende September hat sie eröffnet: die Tonhalle Maag. Sie liegt mitten in Zürich-West, dem Trend-Quartier mit Industrie-Charme.

    Während drei Jahren dient die neu ausgebaute Fabrik-Halle dem Tonhalle Orchester Zürich als Ausweichspielstätte. Ein Luxus für 10 Millionen Franken, den sich die ebenfalls von Renovation betroffenen Orchester in Basel und Bern nicht geleistet haben.

    Wie fühlen sich die Musikerinnen und Musiker in diesem neuen, provisorischen Konzertsaal? Und wie klingt er?

    Jenny Berg

  • Die neugebaute Elbphilharmonie war ein Zankapfel in Hamburg

    «Jetzt unterhalten sich die Leute in der U-Bahn über Klassik!»

    Zu elitär, zu teuer, eine Schande für das Stadtbild – die Kritik an der Elbphilharmonie in Hamburg wollte nicht abreissen.

    Nach zehn Jahren Bauzeit wurde sie im Januar dieses Jahres eröffnet – und kann sich seither vor Besuchern kaum retten: 3,5 Millionen Besucher zählte die öffentlich zugängliche Plaza der Elbphilharmonie bisher, und die Klassik-Konzerte der laufenden Saison waren binnen Minuten ausverkauft.

    Was macht dieser Bau mit den Menschen, dass die einst als elitär verschriene Klassik nun zum Stadtgespräch wird?

    Jenny Berg

  • Der sanierte Kulturpalast Dresden kurz vor Eröffnung

    Demokratisches Hören in Teamarbeit: Kulturpalast Dresden

    Von aussen ist der Kulturpalast Dresden eines der bedeutendsten Denkmäler der sozialistischen DDR-Architektur.

    Von innen ist er komplett entkernt und neu ausgebaut: mit einem Konzertsaal im Weinbergstil, bei dessen akustischer Gestaltung die Orchestermitglieder mitwirken konnten, mit einer Kabarett-Bühne und mit einer für alle zugänglichen öffentlichen Bibliothek.

    Ein visionäres Beispiel, wie Konzertgebäude für alle nutzbar gemacht werden können.

    Jenny Berg

  • Was ist eine gute Akustik?

    Die Akustik: Man sieht sie nicht, man kann sie nicht anfassen – und doch ist sie essentiell für die Funktionalität eines Konzertsaals.

    Um dem Geheimnis der Akustik auf die Spur zu kommen und um ganz generelle Fragen zum aktuellen Bauboom im Klassiksektor zu klären, hat Jenny Berg zwei Experten ins Studio eingeladen: Den Musikkritiker und NZZ-Redaktor Christian Wildhagen, und den Akustik-Ingenieur und Professor Karlheinz Müller. Er hat die Akustik etlicher Konzertsäle in Europa gestaltet; seine jüngste Arbeit ist die Ausweichspielstätte des Tonhalle Orchesters, die Tonhalle Maag in Zürich.

    Jenny Berg

Autor/in: Jenny Berg, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Mariel Kreis