Bauhaus-Architektur und ihre globale Auswirkung

  • Montag, 20. Mai 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 20. Mai 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 20. Mai 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wohnungen für alle: Die Bauhaus-Ideen in Deutschland haben das Verständnis von Architektur vor 100 Jahren verändert. Nach der Machtergreifung der Nazis bauten ihre Protagonisten im Exil weiter. Eindrücklich ist die «Weisse Stadt» von Tel Aviv mit 4000 Gebäuden. Wie geht die Stadt mit diesem Erbe um?

Wohnungen, die Licht, Luft und Sonne reinliessen, erschwinglich und ohne unnötigen Schnickschnack. Das waren die Grundsätze des Bauhauses, das vor hundert Jahren gegründet wurde. Inmitten der Wirtschaftskrise entwarf man die «Wohnung für das Existenzminimum».

Das Bauhaus brachte aber ebenso eine internationale Avantgarde junger Architekten und Architektinnen hervor. Als die Nationalsozialisten das Bauhaus schliessen liessen, emigrierten viele von ihnen in andere Teile der Welt und wirkten dort im Bauhaus-Sinne weiter. Besonders einprägsam ist die «Weisse Stadt» Tel Aviv in Israel: 4000 Gebäude, errichtet von mehrheitlich jüdischen Architekten aus Deutschland.

2003 hat die UNESCO die Weisse Stadt zum Welterbe erklärt. Die Häuser verändern sich, denn Wohnraum ist knapp in Tel Aviv, die Stadt kann nur nach oben wachsen. Was heisst das für das Erbe? Ein Augenschein vor Ort.


Beiträge

  • Das Bauhaus und der soziale Wohnungsbau

    Keine Villen, sondern Wohnraum für alle. Das ist eine der Kernideen der Bauhaus-Architekten. Gründer Walter Gropius nahm den Wohnraum-Mangel während der Weimarer Republik zum Anlass, um bezahlbare Wohnungen zu errichten.

    Sie verfügten über eine bislang nicht gekannte Qualität: Sie liessen Licht, Luft und Sonne ein. Als die Nationalsozialisten die Bauhaus-Schule schlossen, emigrierten die Architekten in alle Welt. Mit im Gepäck: Die Bauhaus-Ideen.

    Klaus Englert

  • «White City» Tel Aviv: Wie lebt es sich im Bauhaus-Erbe?

    Sie gilt als die weisse Stadt: Tel Aviv. Den Namen hat sie von Gebäuden im Bauhaus-Stil: Vor den Toren der arabischen Stadt Jaffa musste in den 1930-er Jahren schnell gebaut werden - um innert kürzester Zeit Wohnraum für die vielen Flüchtlinge aus Europa bereit zu stellen.

    Rund 4000 Häuser wurden nach den Ideen des Modernismus im internationalen Stil errichtet.

    2013 hat die UNESCO die «White City» Tel Avivs ins Welterbe aufgenommen. Seit bald 80 Jahren leben Menschen in diesen Gebäuden. Sie werden renoviert, umgebaut und aufgestockt. Ein Augenschein in Israels Metropole am Mittelmeer.

    Noëmi Gradwohl

Autor/in: Noëmi Gradwohl, Klaus Englert, Moderation: Norbert Bischofberger, Redaktion: Raphael Zehnder