Beauvoirs Erbinnen: Wo sind sie geblieben?

  • Freitag, 3. Juni 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 3. Juni 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 3. Juni 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die französische Philosophin Simone de Beauvoir zählt zu den prominentesten intellektuellen Frauen des 20. Jahrhunderts, die den Weg für die folgende Frauengeneration geebnet zu haben schien. Doch jene Frauen, die ihr Erbe angetreten haben, müssen mit beträchtlichem Widerstand rechnen.

Zahlreiche zeitgenössische französische Philosophen bestimmen die intellektuelle Debatte und sind auch im deutschsprachigen Raum ein Begriff wie Michel Houellebecq, André Glucksmann oder Bernard-Henri Lévy. Frankreichs intellektuelle Frauen dagegen sind dagegen im öffentlichen Diskurs weniger prominent präsent. Dies obwohl Frankreich mit Simone de Beauvoir, Élisabeth Badinter und Simone Weil gleich mit einer Reihe von namhaften Philosophinnen und Soziologinnen der ersten Stunde aufwarten kann. «Kontext» geht der Frage nach, welche Position intellektuellen Frauen in Frankreich heute haben.


Beiträge

  • Françoise Giroud gründete das Nachrichtenmagazin «L'Express»

    Françoise Girouds Autobiografie «Ich bin eine freie Frau»

    Sie war Mitbegründerin und Chefin des Nachrichtenmagazins «LExpress», gehörte zu den führenden Feministinnen der französischen Nachkriegszeit und wurde als Staatssekretärin für Frauenfragen in die Regierung geholt: Françoise Giroud (1916–2003).

    Mit 44 Jahren war sie seelisch und körperlich am Ende und versuchte sich umzubringen. Sie überlebte und schrieb einen furiosen Text über ihr bisheriges Leben. Eine enge Freundin hat diesen Text im Nachlass gefunden und im Einverständnis mit der Tochter publiziert. Das autobiografische Zeitdokument ist ein Stück Frauengeschichte im 20.Jahrhundert.

    Sandra Leis

  • Junge Journalistinnen in Frankreich wollen die Medien dazu bringen, mehr und anders über Frauen zu berichten.

    Französische Medienfrauen und Frauen in den Medien

    Die AFP ist die drittgrößte internationale Nachrichtenagentur der Welt. Sie beschäftigt rund 1600 Journalisten und Journalistinnen. Vor zwei Jahren wurde mit Michèle Leridon erstmals eine Frau auf den AFP-Chefposten der Informationsdirektorin berufen.

    Audrey Lebel engagiert sich in der Journalistinnen-Initiative : 'Prenons la Une!' – Erobern wir die Titelseite! Die junge Journalistin und ihre Mitstreiterinnen wollen Frankreichs Medien dazu bringen, mehr und anders über Frauen zu berichten.

    Margrit Hillmann

  • Die Philosophin Cynthia Fleury ist über die Insider-Gemeinde hinaus bekannt.

    Wenn Philosophinnen das Wort haben

    In Frankreich sind Philosophinnen rar, die sich über die einschlägigen Kreise hinaus einen Namen gemacht haben. Cynthia Fleury gehört zu diesen Ausnahmen. Die politische Philosophin hat sich über die althergebrachten Ressentiments gegen denkende Frauen hinweggesetzt.

    Dominique Méda ist Philosophin und Soziologin. Die Pariser Universitätsprofessorin forscht unter anderem über den Wandel der Rollenverteilung von Frauen und Männern in der französischen Gesellschaft und den Platz der Frauen in der Arbeitswelt. Denkerinnen, ist sie überzeugt, bereichern die öffentliche Debatte.

    Margrit Hillmann

Autor/in: Sandra Leis und Margrit Hillmann, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Sabine Bitter