Biobanking: Das grosse Wetteifern um Gesundheitsdaten

  • Mittwoch, 8. November 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 8. November 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 8. November 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Big Data wird in der Medizin immer wichtiger: Grosse Spitäler haben modernste Biobanken eingerichtet, in denen Biomaterial zu Forschungszwecken gelagert wird. Patienten werden routinemässig gebeten, ihre Daten und Gewebeproben zu spenden. Bringt das Biobanking die personalisierte Medizin voran?

Medizinische Daten und Proben sind sehr begehrt. Sie versprechen neue medizinische Erkenntnisse – und lukrative Gewinne für jene, die Medikamente daraus entwickeln. Das grosse Seilziehen um Gesundheitsdaten hat gerade erst begonnen: Forscher möchten die Bioproben ohne grosse Mitsprache der Spenderinnen und Spender nutzen können; diese sollen ihre Daten durch einen «Generalkonsent» – einer Art Generaleinwilligung – quasi bedingungslos zur Verfügung stellen.

Gruppierungen wie die Genossenschaft Midata.coop sind zwar leidenschaftliche Befürworter der Forschung mit Gesundheitsdaten, finden es aber falsch, die Rechte an ihren Daten aus der Hand zu geben. Unabhängig von rechtlichen Fragen zeigt sich heute schon: Gesundheitsdaten sind der grosse Treiber der personalisierten Medizin.

Beiträge

  • Blick ins Labor des Inselspital Bern

    Die modernste Biobank der Schweiz

    Vor anderthalb Jahren hat das Inselspital Bern eine vollautomatisierte Biobank in Betrieb genommen. Zwei Millionen Blutproben können hier bei minus 80 oder minus 150 Grad Celsius gelagert werden.

    Die Reportage von Irène Dietschi zeichnet den Weg einer Probe von der Blutabnahme bis zum Einfrieren im «Tresorraum» nach. In einem Porträt von Christian von Burg schildert eine Patientin, was sie dazu bewogen hat, ihre Krankheitsgeschichte samt Blutproben der Forschung zur Verfügung zu stellen.

    Irène Dietschi, Christian von Burg

  • Blutprobe wird abgefüllt

    «Wir brauchen eine Datendemokratie»

    Das Humanforschungsgesetz schützt die Daten von Patientinnen und Patienten zu wenig.

    Bürgerinnen und Bürger sollen die Hoheit über ihre Gesundheitsdaten behalten und selbst bestimmen, welchen Forschungsprojekten sie diese zur Verfügung stellen – und welchen nicht. Wie dies zu bewerkstelligen wäre und welche Modelle es schon gibt, diskutieren der Molekularbiologe Ernst Hafen und die Juristin Franziska Sprecher.

    Irène Dietschi

  • Petrischalen mit Blutproben

    Sapaldia – die grösste Schweizer Biobank lässt uns besser atmen

    Als Luftverschmutzungsstudie hob sie vor 26 Jahren ab. Heute ist Sapaldia nicht nur die älteste Langzeitstudie der Schweiz, sondern auch die grösste Biobank.

    Über eine halbe Million Blut- und Genproben lagern in den Kühlschränken der Sapaldia-Forscher am Basler Tropen- und Public-Health Institut. Ein Daten-Schatz, der u.a. zu Feinstaub-Grenzwerten und zu Erkenntnissen über den Gesundheitsrisiko-Mix von Luftverschmutzung, Lärm und Stress geführt hat.

    Katharina Bochsler

Autor/in: Irène Dietschi, Christian von Burg, Katharina Bochsler, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Christoph Keller