Brexit - ein Sommernachts-Albtraum?

  • Montag, 5. September 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 5. September 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 5. September 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Aufregung nach dem Brexit war gross. Steht Europa am Abgrund, oder ist da viel Lärm um nichts? «Kontext» befragt dazu den Historiker Benjamin Zeeb und Jakob Kellenberger, den ehemaligen Chefunterhändler der Schweiz, der die Verhandlungen mit der EU über die bilateralen Verträge geleitet hat.

Die EU ist massgeblich daran beteiligt, dass in Europa, sieht man vom Jugoslawien-Krieg ab, seit mehr als einem halben Jahrhundert Frieden herrscht. Sie ist nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich, doch sie verliert an Ansehen: Bürgerinnen und Bürger beklagen ein Defizit an Demokratie, und politische Bewegungen stellen vermehrt nationale Interessen in den Vordergrund. Grossbritannien hat sich mit dem Brexit ganz abgesetzt.

Kontext fragt nach, wie gefährdet das Projekt Europa ist und wie es dabei um die Demokratie steht.


Beiträge

  • Nach dem Brexit: Europa am Abgrund oder vor dem Aufbruch?

    Der deutsche Demokratiespezialist Benjamin Zeeb und der Cambridge-Historiker Brendan Simms analysieren die gegenwärtige europäische Krise. Dabei betonen sie die Notwendigkeit, die EU zu demokratisieren.

    Europa soll sich angesichts der aktuellen und drängenden Probleme mit den krisengeschüttelten Ländern und Migranten, endlich auf eine gemeinsame Finanz- und Aussenpolitik einigen. Im Gegenzug soll sie den einzelnen Mitgliedstaaten und deren Bürgern mehr Mitbestimmung einräumen.

    Sabine Bitter

  • Kritisch: Die Flüchtlingspolitik der osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten.

    Trotz allem: Die EU ist nicht am Ende

    Der Brexit ist für die Europäische Union nicht existenziell, sagt der frühere Chefunterhändler der Schweiz bei der Aushandlung der bilateralen Verträge mit der Europäischen Union.

    In der europäischen Flüchtlingspolitik allerdings beklagt Jakob Kellenberger, dass sich die noch jungen EU-Mitgliedsstaaten aus Osteuropa nicht beteiligen. Kellenberger verweist darauf, dass Länder wie Polen und Ungarn, die sich weigern Flüchtlinge aufzunehmen, innerhalb der EU Nettoempfänger sind. Hier solle man durchaus über Sanktionen nachdenken.

    Hansjörg Schultz

Autor/in: Sabine Bitter und Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter