Brot, Milch, Kartoffeln – Die Landwirtschaftsserie 3/3

  • Mittwoch, 11. September 2019, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 11. September 2019, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 11. September 2019, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Einiges geht seit Längerem schief im intensiven Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Erde – ein Blick zurück könnte Wege aufzeigen für die Zukunft.

Der Mensch beackert seit 11'000 Jahren die Erde – und erleidet immer wieder Hunger. Hunger lässt die Menschen migrieren, Grenzen auf- oder zugehen, Regierungen erstarken oder stürzen, Gesetze entstehen oder verschwinden.

Eine wichtige Rolle spielt dabei seit Hunderten von Jahren ein Lebensmittel, das vielfältige Spuren auf dem Schweizer Speiseplan hinterlassen hat: die Kartoffel. «Das Getreide der einfachen Leute» sicherte vielen Menschen das Überleben – und kämpft heute selbst darum.

Denn wenn es um die Landwirtschaft und unser tägliches Essen geht, hängt vieles mit vielem zusammen. Hungern, schlemmen, gehorchen, rebellieren – die Geschichte lehrt uns viel darüber, was der sesshafte Mensch lernen müsste, damit für uns eine fruchtbare Zukunft mit genügend zu essen möglich wird.

Beiträge

  • Sie spulen, sticken, betteln, und sterben!

    Ein Vulkanausbruch im fernen Indonesien lässt die Schweiz hungern. Temperaturabfall und Dauerregen zerstören Ernten und lassen die Preise in die Höhe schnellen. Tausende von Menschen verhungern. In manchen Ostschweizer Gemeinden stirbt jeder Zehnte.

    Die Hungersnot der Jahre 1816/17 ist die letzte hierzulande – und wohl eine der schwersten. Das ist 200 Jahre her. Doch die Gründe sind ähnlich wie jene, die noch heute zu Hunger führen: Wetterpech, Politik und Ungerechtigkeit.

    Katharina Bochsler

  • Die bewegte Geschichte einer Wunderknolle

    Die Kartoffel wurde vor 7000-8000 Jahren in den Anden domestiziert. Die Spanier brachten sie im 16.

    Jahrhundert nach Europa, wo sie Weltgeschichte machte: Sie half bei der Ernährung der Armen, unterstützte die Industrialisierung, stand aber auch im Zentrum einer der grössten Hungerkatastrophen der Geschichte. Weil sie nahr-, schmackhaft und genügsam ist, ist sie auch heute noch wichtig – muss aber an den Klimawandel angepasst werden.

    Thomas Häusler

  • Mit weitem Blick für die Geschichte und die Zukunft

    Klimaerwärmung, schwindende Biodiversität, industrielle Tierhaltung, Umweltbelastung, Trinkwasserverschmutzung... Die Bäuerinnen und Bauern ernten derzeit Kritik von allen Seiten.

    Das ist nicht neu – neu aber die Intensität, mit der verschiedene Interessen in der Landwirtschaft aufeinanderprallen. Die beiden Agrarhistoriker Juri Auderset und Peter Moser gehen den Gründen dafür nach. Gefunden haben sie bereits viele Antworten – aber keine einfachen Lösungen.

    Cathrin Caprez

  • Die Landwirtschaft in der Klemme – das Beispiel Pestizide

    Was Bäuerinnen und Bauern einst das mühselige Jäten erleichtert hat, steht heute heftig in der Kritik: Pestizide. Sie bedrohen die Biodiversität, die Qualität des Trinkwassers und vielerorts auch die Gesundheit der Menschen.

    Gleich mehrere Volksinitiativen verlangen nach einer Lösung im Umgang mit Pestiziden. Doch gerade dieses Beispiel zeigt: in der Landwirtschaft gibt es keine einfachen Lösungen.

    Cathrin Caprez

Autor/in: Katharina Bochsler, Cathrin Caprez, Thomas Häusler, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder