Claudio Monteverdi - Pionier der Oper, Meister der Madrigale

  • Montag, 15. Mai 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 15. Mai 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 15. Mai 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Claudio Monteverdi, geboren 1567 in Cremona, getauft am 15. Mai vor 450 Jahren. Der Komponist unzähliger Madrigale, Schöpfer der grossartigen Marienvesper und ein Pionier der Oper. Seine Neuerung strahlt auch nach Jahrhunderten noch aus, bis hin zu Rock und Soul - Musik erzählt von Gefühlen!

Zum ersten Mal wagte es ein Komponist, dem Text, den Gefühlen der sprechenden und singenden Personen den Vorrang zu geben vor der Musik. Die Monteverdi-Biografin Silke Leopold erklärt Monteverdis erstes Meisterwerk «LOrfeo», und wie es war, als die Oper als Kunstform erfunden wurde.

Grosse Gefühle brauchen auch mal Musik, die in den Ohren schmerzt: Monteverdi als Erneuerer des Madrigals wagt neue Klänge und überträgt sie euch in die geistliche Musik. Auch darum dreht sich das Gespräch mit Silke Leopold, und um die Gründe für das erstaunliche Monteverdi-Revival in den letzten 50 Jahren.

Zudem gibt der Dirigent Andrea Marcon einen exklusiven Workshop über «Il Lamento dArianna»: Was braucht es, um Monteverdis Musik so zu singen, dass sie heute noch die Zuhörerinnen und Zuhörer zu packen vermag?

Beiträge

  • Szene aus «L’incoronazione di Poppea».

    Die Gesangsstimme wird frei für die grossen Gefühle

    Die Musikwissenschafterin Silke Leopold hat schon vor 40 Jahren über Monteverdi geforscht und zwei Bücher über ihn geschrieben. Das zweite, eine Biografie, ist im Februar 2017 erschienen.

    Gemeinsam mit Silke Leopold hört Andreas Müller-Crepon Stücke aus der Popmusik an, die immer noch von Monteverdi profitieren, und blickt um 4 Jahrhunderte zurück, als die Musik dank ihm eine entscheidende Wende vollzog.

    Andreas Müller-Crepon

  • Die Sängerin Yukie Sato.

    Die Arie, die zu Tränen rührte: Il Lamento d’Arianna

    Bei der Aufführung der Oper «l‘Arianna» in Mantua sollen die Zuschauerinnen zum ersten Mal die Fassung verloren haben. Damals ein unerhörter Vorgang. Was braucht es, damit diese Emotionen heute über die Bühnenrampe kommen, damit Monteverdi uns wirklich packt?

    Der Dirigent und Monteverdi-Spezialist Andrea Marcon untersucht an der Schola Cantorum Basiliensis für Kontext das berühmte Stück in einem Workshop mit der Sängerin Yukie Sato. Eine Reportage.

    Moritz Weber

  • Blätter mit Musiknoten.

    Die Musik wird Dienerin des Textes: die Madrigale

    «Vater der Oper» wird Monteverdi auch genannt. Dabei war er weit mehr als das. Abgesehen von den 3 Opern, die von ihm überliefert sind, gibt es eine Vielzahl von poetischen Mini-Dramen aus seiner Feder.

    Acht Sammlungen davon, die Madrigalbücher, sind allein zu seinen Lebzeiten im Druck erschienen. Heute bieten sie wieder anspruchsvollen und beliebten Stoff für unzählige Vokal-Ensembles, die sich ihnen stellen.

    Die Monteverdi-Biografin Silke Leopold erläutert, wie kühn der Komponist mit der hergebrachten Form umgeht und sie neu belebt.

    Andreas Müller-Crepon

Autor/in: Andreas Müller-Crepon und Moritz Weber, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Mariel Kreis