Das Comeback von Concierge und Zugehfrau

  • Mittwoch, 9. November 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 9. November 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 9. November 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Immer mehr gut verdienende Haushalte lassen putzen, waschen und bügeln und haben vom Delikatessen-Kurier bis zum Abfallentsorger eine Reihe externer Dienstleister zur Hand, um den Alltag zu bewältigen: Hinter der Haustür formiert sich ein neues Bürgertum mit Personal.

Erwerbstätige Paare mit oder ohne Kinder, aber auch Vollzeit berufstätige Singles delegieren immer mehr häusliche Arbeiten an Haushalthilfen und externe Dienstleister: Man lässt die Hemden bügeln, die Fenster putzen, Lebensmittel ins Haus liefern und schickt die Kinder schon mal mit der Nanny in die Ferien.

In vielen Mittelschichtshaushalten findet eine immense Verlagerung von unbezahlter Hausarbeit zu schlecht bezahlter Dienstleistung statt.

«Kontext» fragt, welche individuellen Annehmlichkeiten und welche gesellschaftlichen Folgen das mit sich bringt.

Literatur zum Thema:

  • Bartmann, Christoph: Die Rückkehr der Diener. Das neue Bürgertum und sein Personal. München 2016. Hanser Verlag.
  • Bernet, Brigitte und Tanner, Jakob: Ausser Betrieb. Metamorphosen der Arbeit in der Schweiz. Zürich 2015. Limmat Verlag.

Beiträge

  • Wohnen mit James: Erleichterungen im urbanen Alltag

    In drei Schweizer Städten ist das Immobilienprojekt «James – Wohnen mit Service» bereits verwirklicht. In diesen Siedlungen steht den Mieterinnen und Mietern ein Concierge zur Seite, der sich persönlich um die Erleichterung des Alltags bemüht.

    An der Loge wird von der Hemdenreinigung über die Entgegennahme der Briefpost bis zum Päckliservice praktisch jede Dienstleistung angeboten.

    Wie es sich in einer solchen Wohnanlage lebt und wie «James» in Wirklichkeit aussieht, zeigt die Reportage aus Zürich-Albisrieden.

    Kaa Linder

  • Dauerbrenner «Dienstmädchen-Frage»

    In bürgerlichen Haushalten hat bis Mitte des 20. Jahrhunderts ein Dienstmädchen oder eine Zugehfrau für gebohnerte Böden und gekochte Mahlzeiten gesorgt.

    Je mehr Frauen aber besser bezahlte Stellen in der Fabrik, im Laden und Büro fanden, desto mehr wurde die «Dienstmädchen-Frage» zum Politikum.

    Seit auch Frauen mit Kindern je länger je mehr erwerbstätig sind und seit zu Hause neue, zusätzliche Aufgaben bewältigt werden müssen, kommt die «Dienstmädchen»-Frage erneut auf den Tisch. Was es mit dem gesellschaftspolitischen Dauerbrenner auf sich hat, sagt die Historikerin Simona Isler.

    Sabine Bitter

  • Entlastung für Normalverdienende

    Alltägliche Arbeiten werden nicht nur von eher vermögenden Menschen an Professionelle delegiert, sondern immer öfter auch von Normalverdienenden.

    Eine Putzkraft haben noch viele, und auch dass die Hemden zum Waschen und Bügeln ausser Haus gebracht werden, ist nicht selten. Seit einiger Zeit gibt es sogar einen Dienst, der einem das Sortieren und Entsorgen von Recyclinggütern wie PET, Glas oder Elektroschrott abnimmt. Ein Augenschein vor Ort.

    Pascal Biber

  • Neues Personal zu Diensten

    Mit der Zunahme erwerbstätiger Frauen und Vollzeit beschäftigter Singles stellt sich vermehrt die Frage, wer einkauft, putzt, den Staubsauger repariert, die Kaffeemaschine entkalkt, den Balkon begrünt und Krankenkassenprämien prüft.

    Viele Haushalte rufen nach Entlastung: «Putzperlen» sind ebenso gefragt wie Pizza-Kuriere, Delikatessen-Caterer, Hundesitter und Finanzberaterinnen.

    Die Mittelschicht entlastet sich zunehmend mit bezahlten Dienstleistungen. Der Sachbuchautor Christoph Bartmann fragt, was mit der gewonnenen Zeit passiert und welche gesellschaftliche Kosten diese Entlastung hat.

    Sabine Bitter

Autor/in: Sabine Bitter, Kaa Linder, Pascal Biber, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Noëmi Gradwohl