Das Symptom als Schlüssel zum Problem

  • Dienstag, 14. März 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 14. März 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 14. März 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Auch wenn es die Erwachsenen manchmal nur schwer verstehen: Kinder entwickeln nie aus Spass eine Störung. Der bekannte deutsche Kinder- und Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort outet sich als Dolmetscher und übersetzt für Erwachsene was Kinder und Jugendliche mit ihrem Anderssein ausdrücken.

«Hören wir genau hin, was Kinder uns über ihre Sorgen sagen! Dann finden wir Wege, ihnen zu helfen.» Das sagt Michael Schulte-Markwort im Vorwort zu seinem neuen Buch «Kindersorgen - was unsere Kinder belastet und wie wir ihnen helfen können.»

In dem Buch geht Schulte-Markwort häufigen Seelenleiden von Heranwachsenden nach und macht anhand von Fallbeispielen seine Lesart deutlich. Ähnliches versuchte auch sein Kollege Dr. Heinrich Hoffmann mit dem Struwwelpeter im Jahre 1844.

Kontext schlägt also zwei Fliegen auf einen Schlag: Die Sendung gibt Einblick in die Veränderung einer «Zunft» und leistet Übersetzungshilfe für besorgte Eltern.

Beiträge

  • Einen anderen Blick auf Kinder wie noch im «Struwwelpeter», hat der Jugendpsychiater Michael Schulte Markwort.

    Der Dolmetscher

    Der erfolgreiche Kinder- und Jugendpsychiater gibt Einblick in sein gewandeltes Berufsverständnis. Damit warnt er von der Schematisierung in den kinder- und jugendpsychiatrischen Diagnoseverfahren und setzt auf die subjektive Sicht der leidenden Kinder.

    Er zeigt aber auch auf, dass wir auch bei vermeintlichen Frohnaturen nicht übersehen dürfen, was hinter dem «Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt» Gestus an Einsamkeit und Verwahrlosung steckt.

    Cornelia Kazis

  • Dissoziale Kinder – Sie wüten, toben, schlagen, treten und beissen.

    Gedanken zum inneren Schmerz von dissozialen Jugendlichen

    Sie wüten und toben, schlagen, treten und beissen. Lieber den starken Max geben als zu zeigen, was weh tut! Für dissoziale Kinder ist es das allerletzte in der «Klapse» zu landen. Was sollen sie da, am Ort der Memmen und Versager?

    Michael Schulte-Markwort gibt Einblick in eine therapeutische Gratwanderung.

    Cornelia Kazis

  • Traurige oder sogar depressive Kinder entsprechen nicht dem verbreiteten Idealbild.

    Das traurige Kind als grosse Herausforderung

    Kindliche Traurigkeit oder gar Depression widersprechen diametral dem weitverbreiteten Ideal des fröhlichen Kindes und der Kindheit als dem unbeschwertesten Lebensabschnitt.

    Wir erfahren vom Psychiater, wie die psychodramatische Arbeit die Trauer wandeln kann. Der Hamburger Experte für die Kinderseele entdiabolisiert auch die Verschreibung von Psychopharmaka und zeigt auf, wie Gespräche mit suizidalen Jugendlichen verlaufen können

    Cornelia Kazis

  • Nahrungsverzicht als Souverenitätsgewinn?

    Der Suppenkaspar oder die Hungerkünstlerinnen von heute

    Der entschlossene Verzicht auf Nahrung kann zum Tode führen. Das wusste auch schon der Suppenkaspar Autor.

    Was nur steckt hinter dem entschiedenen Entschluss für Entbehrung und Entsagung? Eine Askese, die offenbar nur die anderen, die nichts vom Souveränitätsgewinn dadurch verstehen, beunruhigt. Einblick in psychiatrische Kommunikationskunst.

    Cornelia Kazis

  • Die medikamentöse Therapie von aufmersamkeitgestörten Kinden ist umstritten.

    Der Zappelphilipp oder ADHS und ADS

    Nichts wird so heftig diskutiert wie die medikamentöse Therapie von aufmerksamkeitsgestörten und hyperaktiven Kindern.

    Der Kinder und Jugendpsychiater versucht mit einer Fallegeschichte den Sinn von Medikamenten zu verteidigen und redet sogar von «unterlassener Hilfeleistung» wenn man schwerbetroffenen Kindern diese Hilfe versagt.

    Cornelia Kazis

  • «Zu viel Verständnis» gibt es nicht nach dem Jugendpsychiater Michael Schulte-Markwort.

    Hochsensible Kinder sind Augenöffner!

    Für Heinrich Hoffmann waren hochsensible Kinder noch kein Thema. Heute aber sind Kinder sehr viel näher an ihren Empfindungen als Heranwachsende von früher.

    Dank aufmerksameren Eltern und moderner Erziehung können viele Kinder erstaunlich differenziert über ihr Inneres sprechen.

    Beispielsweise Emil, der aus dem Zirkus rennt, weil er die Clowns dort alles andere als lustig findet. Michael Schulte-Markwort über das Glück, heute Kind zu sein.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Maya Brändli