Das Theater mit dem Röstigraben

Das Theaterland Schweiz ist vielfältig und lebendig: Auf der Bühne werden unterschiedliche Sprachen gesprochen, dieTraditionen und Ästhetiken sind andere im Tessin als in der Westschweiz oder in der Deutschschweiz. Doch warum ist das Interesse aneinander oft so gering?

Vom 23 – 27. Mai findet das «5. Schweizer Theatertreffen» in Zürich statt. Es wurde gegründet um die Vielfalt des Schweizer Theaters zu feiern und will ein Treffpunkt und Begegnungsort zwischen den unterschiedlichen Landesteilen sein. Diesen Anspruch konnte es bisher nicht wirklich einlösen. Sind die Gräben zwischen den Regionen zu gross?

Wir reden mit Veranstaltern dies- und jenseits des Röstigrabens, mit einer Künstlerin aus dem Tessin, die selbstverständlich in allen Landesteilen spielt, und Förderern sowie Beobachterinnen, die sagen, weshalb es wichtig ist, die Kultur der eigenen Nachbarn zu kennen.

Beiträge

  • Besucher am Theater Spektakel in Zürich

    Manchmal ist Berlin näher als Lausanne

    Das Interesse des Deutschschweizer Publikums an Produktionen aus anderen Landesteilen ist verhältnismässig gering. Diese Erfahrung haben sowohl Carena Schlewitt, Direktorin der Kaserne Basel, wie auch Sandro Lunin, der die letzten zehn Jahre das Zürcher Theater Spektakel geleitet hat, gemacht.

    Neben der Sprachbarriere sei es aber immer wieder auch reizvoll, sich mit den anderen Ästhetiken auseinanderzusetzen.

    Dagmar Walser

  • Gardi Hutter wohnt seit Jahren im Tessin

    Die Gräben überspielen: Die Clownfrau Gardi Hutter

    Gardi Hutter ist eine der wenigen Schweizer Künstlerinnen, die regelmässig in allen Landesteilen auftritt. Die Clownfrau tourt mit ihren Produktionen durch die Schweiz und rund um den Globus.

    Ihren Wohnsitz hat sie seit Jahren im Tessin, wo gerade ihre neuste Produktion «Hannah sucht das Meer» Premiere hatte.

    Kaa Linder

  • Die Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia hat das junge Architektenteam Alessandro Bosshard, Li Tavor, Matthew van der Ploeg und Ani Vihervaara mit der Realisierung des Schweizer Pavillons beauftragt.

    Föderalismus ist Arbeit

    Förderinstitutionen wie die Pro Helvetia oder das Migros Kulturprozent nehmen die gesamtschweizerische Theaterlandschaft in den Blick und unterstützen Künstler und Veranstalter.

    Manchmal findet dabei eine Produktion erst über den Erfolg im Ausland den Weg auf die Bühnen in einem anderen Landesteil.

    Ein Gespräch mit Myriam Prongue von Pro Helvetia und Mathias Bremgartner von Migros Kulturprozent.

    Dagmar Walser

  • Seit vier Jahren leitet Vincent Baudriller das Théâtre de Vidy in Lausanne.

    «Das Theater in der Westschweiz ist ein europäisches Theater»

    Seit vier Jahren leitet Vincent Baudriller das Théâtre de Vidy in Lausanne und hat das Produktionshaus zu einem wichtigen Kristallisationspunkt von verschiedenen Theaterkulturen und -sprachen gemacht.

    Wenn es so etwas wie ein Gesamtschweizer Theater gebe, dann müsse es ein Theater sein, das sich an den (Landes-)Sprachen reibt. Das findet Danielle Chaperon, Professorin für Theatergeschichte und Theatertheorie an der Uni Lausanne.

    Andreas Klaeui

Autor/in: Dagmar Walser, Kaa Linder, Andreas Klaeui, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Anna Jungen