Deflation, Inflation, Niedrigzinsen und die Bevölkerung

  • Dienstag, 3. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 3. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 3. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Seit 2013 liegt die Inflationsrate in Europa beunruhigend niedrig. Die Europ. Zentralbank und die Notenbanken halten die Zinsen tief und investieren Billionen, um die Inflation auf 2% anzuheben. Bisher mit wenig Erfolg. Was bedeuten die tiefe Inflation und die Niedrigzinspolitik für die Bevölkerung?

Die Signale in der EU ständen eher auf Deflation, sagten manche Ökonomen noch vor kurzem. Sparen lohnt sich nicht mehr. Die historisch tiefen Hypothekarzinsen könnten zu Immobilienblasen führen. Wegen mangelnder Renditen schwinden die Rentenaussichten.Ein gewisses Mass an Inflation sei nützlich, um das Wachstum zu fördern, das seit Jahren arg lahmt. Wie wirkt sich die Geldpolitik auf die Mehrheit aus?

Beiträge

  • Bei Deflation neigen Bürger zu Sparsamkeit

    Deflation - die übersehene Bedrohung

    Steigender Geldwert, sinkende Konsumentenpreise... Die Zeichen stehen in der EU eher auf Deflation, sagten Ökonomen noch vor wenigen Monaten. Das bedeutet: Die Haushalte verhalten sich sparsamer, die Wirtschaft investiert weniger. Sie warten, weil sie mit noch günstigeren Preisen rechnen.

    Kluges Handeln von Wirtschaft, Zentralbanken und Politik ist gefragt, damit keine Abwärtsspirale in Gang kommt.

    Winfried Roth

  • Bei einer Inflation verliert das Geld seinen Wert

    Inflation - das berühmte Gespenst

    Die Hyperinflation von 1923 in Deutschland war ein Extrembeispiel. Auch die Inflationsrate von knapp 12% in der Schweiz während der Ölpreiskrise von 1973 ist unvergessen. Die Preise liefen den Löhnen davon. Das ist Vergangenheit.

    Seit 2013 liegt die Inflationsrate beunruhigend niedrig. Die Europäische Zentralbank und die Notenbanken versuchen seit Jahren, die Inflation auf ein Niveau von 2% anzuheben. Denn ein gewisses Mass an Inflation sei gut. Warum?

    Massimo Agostinis

  • Daniel Lampart

    Die Niedrigzinspolitik und die Bevölkerung

    Die Rentenaussichten schrumpfen, weil die Pensionskassen geringere Erträge erwirtschaften. Das Sparkonto bringt nichts mehr. Vermögende investieren in Immobilien und auf dem Kapitalmarkt.

    Der Mittelstand hat jedoch nicht das Wissen und die Risikobereitschaft, um sein Geld gewinnbringend anzulegen. Die Unterschicht hat ohnehin kein Geld.

    Wie wirkt sich die Niedrigzinspolitik auf die Bevölkerung aus? Ein Gespräch mit Daniel Lampart, Chefökonom des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds, und Tobias Straumann, Wirtschaftshistoriker an der Universität Zürich.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Winfried Roth, Massimo Agostinis, Raphael Zehnder, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Mariel Kreis und Raphael Zehnder