Der Brand von Schweizerhalle 1986

  • Dienstag, 1. November 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 1. November 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 1. November 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Am 1. November 1986 ging eine Lagerhalle der Chemie-Firma Sandoz AG in Schweizerhalle (BL) in Flammen auf. Eine übel riechende Wolke zog über die umliegenden Gemeinden und über die Stadt Basel, der Rhein verfärbte sich rot, die Fische waren tot. Das Ereignis wirkt bis heute.

Es gibt Unfälle und Katastrophen, die die Zeit in ein Davor und ein Danach einteilen. Der Brand in Schweizerhalle ist ein solches Ereignis. Auf viele wirkte es, als würden sich auf ein Mal alle Weissagungen der «Risikogesellschaft», wie sie der deutsche Soziologe Ulrich Beck formuliert hatte, erfüllen. Mit Schock, Unglauben und dann mit Wut –so reagierten viele.

Wir machen eine Zeitreise, lassen die Ereignisse jenes Tages Revue passieren und fragen, was denn die Besonderheiten jenes Brands waren und welche Folgen er hat.

Beiträge

  • Protokoll einer schlaflosen Nacht

    Kurz nach Mitternacht entdeckt eine Polizeipatrouille ein Feuer auf dem Gelände der Firma Sandoz AG in Schweizerhalle. Dann geht alles sehr schnell, die Flammen werden immer grösser.

    Die Feuerwehr kämpft bis zum Morgengrauen gegen das schier unkontrollierbare Feuer, das das ganze Gebäude erfasst. Erst als es hell wird, zeigt sich, welches Ausmass die Katastrophe angenommen hat.

    Julia Voegelin

  • Als die Risikogesellschaft real wurde

    Der Brand von Schweizerhalle liess alle Befürchtungen der Risikogesellschaft wahr werden - ein unverhoffter Brand mit unabsehbaren Folgen, inmitten eines dicht besiedelten Gebiets.

    So wurde Schweizerhalle für lange Jahre zum Symbol einer grossen Befürchtung.

    Christoph Keller

  • Ein Theaterstück heizt ein

    Der Basler Dramatiker und Hörspielautor Lukas Holliger hat mit 15 Jahren die Katastrophennacht erlebt. Dreissig Jahre später rollt er das Geschehen minutiös auf, spricht mit Zeitzeugen, plündert die Archive.

    Aus dieser Recherchearbeit ist das Theaterstück «Am Feuer» entstanden, dessen Dramaturgie seine Vorgehensweise widerspiegelt: Die Figuren stellen pausenlos Fragen rund um den 1. November 1986.

    Julia Voegelin

  • Die schlimmsten Bilder

    Jeder und jede hat bis heute seine Erinnerung, wo er oder sie war, als es geschah. Und alle reagierten anders. Drei Zeitzeugen erzählen, wie sie die Brandkatastrophe damals erlebten: der Journalist Peter Burri, die Lehrerin Katja Hugenschmidt und die Biologin Florianne Koechlin.

    Christoph Keller

Autor/in: Julia Voegelin, Christoph Keller, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Sabine Bitter