Der Monte Ceneri: Verschwindet der Symbolberg?

  • Montag, 31. Juli 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 31. Juli 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 31. Juli 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ein Tunnel, ein paar Tankstellen und Shops, heruntergekommene Rotlichtbetriebe. So sehen flüchtige Reisende den Monte Ceneri. Doch dieser Berg ist weit mehr als das: Eine Recherche über kulturelle Unterschiede, historische Entwicklungen und gescheitere Visionen rund um den Monte Ceneri.

Der Pass am Monte Ceneri liegt gerade mal 556 Meter über Meer. Dabei ist seine Bedeutung für das Tessin nicht zu unterschätzen. Am Monte Ceneri teilt sich das Sopra- vom Sottoceneri und spaltet damit zwei Mentalitäten, Geschichten und nicht zuletzt zwei unterschiedliche Arten zu politisieren.

In Bellinzona, wo die Bahn, die Post und die Kantonsverwaltung den Arbeitsmarkt prägt, sind die FDP und die SP stark, in Lugano, dem Bankenplatz, ist die Lega dei Ticinesi tonangebend.

Mit dem Ceneribasistunnel, der in zwei Jahren eröffnet wird, wird sich vieles ändern: Eine Bahnfahrt von Lugano nach Bellinzona soll dann noch gerade 12 Minuten dauern. Der Tessiner Historiker Orazio Martinetti bringt es so auf den Punkt: «Der Monte Ceneri, dieser Berg, der bisher so vieles trennte, dieser Ceneri wird verschwinden».

Beiträge

  • Die Tessiner SP gibt es seit 1900.

    Das Grotto del Ceneri: Hier wurde die Tessiner SP gegründet

    Es sei das linke Grütli des Tessin, sagt Fabio Canavascini. Er ist der Präsident des Vereins Amici del Ceneri, der Besitzer des Grotto del Ceneri. Hier wurde am 5. August 1900 die Tessiner SP gegründet.

    Alexander Grass

  • Der Sendemast des Monte Ceneri Radios wurde 2016 demontiert.

    Radiogeschichte(n): Vom Monte Ceneri in die Welt hinaus senden

    Von 1933 bis 2008 war das Radio Monteceneri einer der drei Mittelwellensender der Schweiz. Von dieser Zeit erzählt ein ehemaliger Techniker im Radiomuseum am Monte Ceneri.

    Alexander Grass

  • Nicht sehr schmuck: An der Passstrasse von Monte Ceneri liegt der Ort Robasacco.

    Robasacco: Wo einst Räuber ihr Unwesen trieben

    Es ist ein berüchtigter Ort, denn über Jahrhunderte wurden hier immer wieder Reisende von Banditen überfallen. Heute ist in Robasacco die Redaktion der Satirezeitung Il Diavolo zu Hause.

    Alexander Grass

  • Das Tessin – Ein Kanton mit unterschiedlichen Mentalitäten.

    Aus dem Radioarchiv: Über die Unterschiedlichkeit von Nachbarn

    Es ist seit jeher ein Lieblingsthema der Tessiner Intellektuellen: die Mentalitätsunterschiede zwischen dem Sopra- und dem Sottoceneri. Der Blick in alte Radiosendungen wirkt erstaunlich gegenwärtig.

    Alexander Grass

  • Der Blick in den Monte-Ceneri-Basistunnel.

    Der Ceneri Basistunnel verändert alles

    Wenn er 2020 eröffnet wird, wird die Fahrt von Lugano nach Bellinzona noch gerade mal 12 Minuten dauern. Mit dem Spatenstich vor 11 Jahren begann ein neues Kapitel für den Monte Ceneri.

    Alberto del Col hat 23 Arbeitsjahre an diesem Verkehrsprojekt der Zukunft mitgearbeitet.

    Alexander Grass

  • Ein Schritt in die Moderne: Die Sprengung des Hauptdurchschlags des Monte Ceneris wird gefeiert.

    Mit den neuen Verkehrwegen entstand das moderne Tessin

    Der Historiker Orazio Martinetti hat in seinem Buch «Fare il Ticino» beschrieben, wie das Tessin historisch zusammengewachsen ist. Für ihn bilden die Verkehrswege das Rückgrat des Tessins.

    Deshalb könne der neue Ceneribasistunnel eine Revolution auslösen wie 1882 als das Eisenbahnzeitalter begann.

    Alexander Grass

  • Der ceneribasistunnel ist ein Schritt in die Moderne, danach muss es aber weitergehen.

    Die Politik und die Raumplanung

    In Bellinzona sind die FdP und die SP stark, in Lugano ist die Lega dei Ticinesi tonangebend. Die beiden Stadtpräsidenten Mario Branda und Marco Borradori sind sich (trotzdem) einig, dass der Ausbau der Alpentransversale auch nach der Eröffnung des Ceneribasistunnels weitergehen muss.

    Alexander Grass

Autor/in: Alexander Grass, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Dagmar Walser