Der Pflegenotstand im Pflegenotstand

  • Montag, 24. April 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 24. April 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 24. April 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Es mangelt an gut ausgebildeten Pflegefachleuten. Am drastischsten zeigt sich der Personalmangel in der Langzeitpflege. Wie kommt das? Und was ist zu tun? Einblick in eine Welt, der sich niemand nähern mag, wenn er nicht muss.

In der Schweiz gibt es 1600 Alters- und Pflegeheime. Sie beherbergen durchschnittlich 100`000 betagte Menschen. Eine Studie aus dem Jahr 2013 ergibt, dass 93% dieser Heime Mühe haben, genügend qualifiziertes Pflegepersonal zu rekrutieren.

Womit hat das zu tun? Was bedeutet dieser Notstand für die Pflegequalität in den hochpreisigen Institutionen? Was heisst es für diejenigen, die in diesem Feld tätig sind? Drohen Selbstausbeutung und Burnout?

Kontext bringt Licht in den Pflegenotstand des Pflegenotstandes und informiert im Live-Gespräch mit der Präsidentin des Schweizererischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner (SBK) über die Volksinitiative für eine starke Pflege.

Beiträge

  • Was heisst Kompetenz und Pflegequalität in diesen Häusern, die für die Beherbergten die letze Bleibe sind?

    Im Bächli

    Der Tag beginnt schon früh. Die Stabsübergabe von Nachtwache zum Tagesdienst findet um 6.45 Uhr statt. Da ist zu erfahren, dass zwei Menschen gestorben sind. Wie sieht die Abschiedskultur im APH «Im Bächli» in Bassersdorf aus?

    Wo herrscht Hektik bei der Körperpflege der Bewohnerinnen und Bewohner, die auf liebevolle, kundige und geduldige Unterstützung angewiesen sind. Was heisst Kompetenz und Pflegequalität in diesen Häusern, die für die Beherbergten die letze Bleibe sind?

    Eine Reportage aus einem Heim, das unter personellen Engpässen leidet und trotzdem Grosses leistet.

    Cornelia Kazis

  • Trotz Engpässen in Alters- und Pflegeheimen sei die Pflegequalität immer noch sehr gut.

    Die Shurp Studie

    René Schwendimann ist Doktor der Pflegewissenschaft und Leiter einer grossen Studie über die aktuelle Situation in den Schweizerischen Alters- und Pflegeheimen (APH).

    Diese Studie (SHURP) hat ergeben, dass mehr als 9 von 10 Heimen Engpässe verzeichnen, wenn es um die Rekrutierung von qualifiziertem Fachpersonal geht. Trotzdem, sagt er, sei die Pflegequalität in den Heimen immer noch sehr gut. Wie ist das möglich? Und was ist zu tun, dass der Pflegenotstand im Pflegenotstand gemildert werden kann?

    Cornelia Kazis

  • Ein Praktikum bei der Spitex oder der Langzeitpflege gehört zum Pflichstoff der Ausbildung der Pflegefachleute.

    Sehr jung und sehr alt

    Das Bildungszentrum Pflege in Bern ist die grösste Ausbildungsstätte für Pflegefachleute in der Schweiz. Seit einigen Jahren geht das Zentrum neue Wege.

    Ein ausgedehntes Praktikum bei der Spitex oder in der Langzeitpflege gehört zum Pflichtstoff in der dreijährigen Ausbildung. Welche Vorstellungen haben die jungen Menschen vor dem Praktikum von der Arbeit mit Hochbetagten und wie ändern sich diese Bilder nach dem Alltag in APH`s?

    Im Diskurs mit einem Ausbildungsleiter wird deutlich, wie viel sich innerhalb von nur zwei Generationen in den Betagtenheimen getan hat.

    Cornelia Kazis

  • So lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben – dafür gibt es die Spitex.

    Und die Spitex?

    Die allermeisten Menschen möchten so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden bleiben, wenn sie alt, krank und hilfsbedürftig werden. Diesem Wunsch kommen die spitalexternen Dienste weitgehend nach. «Ambulant vor stationär» ist auch in der Fachwelt ein oft gehörter Slogan.

    Obwohl also vieles für die Spitex spricht, verzeichnet auch sie personelle Engpässe. Ein Gespräch mit einem Spitexleiter über Verdienstmöglichkeiten in dem Bereich, Erneuerungsbedarf und Belastungsfaktoren für das Personal, das nur im Notfall ein Team im Rücken hat.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Michael Sennhauser