Die Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki – 70 Jahre danach

  • Dienstag, 4. August 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 4. August 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 4. August 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ob die Atombomben wirklich notwendig waren, um den Krieg zu beenden und die Kapitulation Japans herbeizuführen, ist bis heute umstritten. Wenig ist über den harten Überlebenskampf der Atombombenopfer nach 1945 bekannt. Sie sind es vor allem, die heute Erinnerung und Gedenken aufrechterhalten. 

 «Wir haben die erste Atombombe eingesetzt, um die Agonie des Krieges zu beenden und das Leben abertausender junger Amerikaner zu retten. Wir werden die Atombombe weiterhin einsetzen, bis Japan nicht mehr fähig ist, Krieg zu führen!»

Mit diesen Worten begründet US-Präsident Harry Truman am 6. August 1945 den Einsatz der ersten Atombombe auf Hiroshima. Die in diesem Satz enthaltene Drohung machen die USA am 9. August mit einer Plutoniumbombe auf Nagasaki wahr. Kurze Zeit später kapituliert Japan.

Der Pazifische Krieg ist beendet. Es ist zugleich der Beginn des Kalten Krieges und des atomaren Wettrüstens. An die Stunde null und das Leben inmitten der atomaren Zerstörung erinnern die Friedensgedenkstätten von Hiroshima und Nagasaki und die Erzählungen von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen.


Beiträge

  • Die Atombombe als historische Zäsur: Aufnahme aus Nagasaki vom 9. August 1945

    Der erste Atombombeneinsatz – ein Schlüsselereignis

    Am 26. Juli 1945 stellen die Alliierten Japan in der Erklärung von Potsdam ein Ultimatum zur bedingungslosen Kapitulation. Japan weigert sich, die Deklaration anzunehmen. Am 6. und 9. August setzen die USA die Atombomben auf Hiroshima bzw. Nagasaki ein.

    Geschätzte 200.000 Menschen sterben sofort.Die Frage, ob die Atombomben wirklich notwendig waren, um den Krieg zu beenden und die Kapitulation Japans herbeizuführen, wird bis heute kontrovers diskutiert. Manche deuten die Atombomben als «ersten Schlag im Kalten Krieg.» Eine Entschuldigung der USA bei den Opfern hat es nie gegeben.

    Judith Brandner

  • Fotograf Kikujiro Fukushima fing mit der Kamera das Leiden der Hiroshima-Opfer ein.

    Der Kampf ums Überleben – das harte Dasein der Atombombenopfer

    Die Jahre nach 1945 werden in Hiroshima als die «Vakuum-Jahre» bezeichnet. Aufgrund der Zensur der US-Besatzungsbehörden durfte bis 1952 nichts über die Atombomben publiziert werden. So ist über den Alltag der Überlebenden nur wenig bekannt.

    Zu den raren Dokumenten gehören die Bilder des Fotojournalisten Kikujiro Fukushima. Er hat in eindrucksvollen Schwarz-Weiss-Fotografien den Überlebenskampf der Opfer dokumentiert. Seine Bilder zeigen Hiroshima aus weitgehend unbekannter Perspektive.

    Judith Brandner

  • In Hiroshima erinnert eine Gedenkstätte an die Opfer der Atombombe.

    Die Atombomben im heutigen Gedächtnis - Gedenken und Vergessen

    In Hiroshima erinnern heute die Friedengedenkstätte und der Friedenspark an die Ereignisse vor 70 Jahren. Friedenserziehung und Lernen über die Atombomben gehören in Hiroshima und Nagasaki in den Schulen zum Pflichtstoff.

    Im Rest Japans hingegen wissen die jungen Menschen nur wenig über die Kriegsjahre. Dies zeigte sich bei einer Lehrveranstaltung an einer Universität in Nagoya.

    Judith Brandner

  • Die atomare Aufrüstung ruft auch Gegner auf den Plan – wie hier bei einer Hiroshima-Gedenkfeier in Sydney.

    Der atomare Rüstungswettlauf ist in vollem Gange

    Was hat die Menschheit aus Hiroshima und Nagasaki gelernt? Wenig, sagt der Genfer UNO-Experte Andreas Zumach. Noch immer gibt es mehr als 16.000 atomare Sprengköpfe auf der Welt - Tendenz steigend. Vor allem Russland und die USA kurbeln den atomaren Rüstungswettlauf im Moment stark an.

    Aber auch Indien, Pakistan und Israel rüsten kräftig auf.

    Hansjörg Schultz

Autor/in: Judith Brandner, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Karin Salm