Die Bilanz 20 Jahre nach dem Mauerfall

Warum sind die DDR und der Ostblock zusammengebrochen? Hat das Ende des Kalten Krieges den wildwuchernden Kapitalismus eingeleitet? Die Autorin Daniela Dahn, unangepasste Querdenkerin in der einstigen DDR, hat in ihrem neuen Buch «Wehe dem Sieger» Bilanz gezogen.

Mit ihr diskutiert Andreas Oplatka, Historiker und ehemaliger aussenpolitischer Redaktor der NZZ.

In seinem Buch «Der erste Riss in der Mauer» wirft auch er einen Blick auf den Mauerfall vor 20 Jahren, der Europa verändert hat. In der Live-Sendung werden unter anderem Fragen gestellt nach der historischen Einordnung der DDR, nach Macht und Moral der DDR-Spitzel und nach dem kulturellen Leben in Ostdeutschland, das mit dem Mauerfall ebenfalls verschwand.

Serie: 20 Jahre Mauerfall - Wunder, Wende, Wandel (8/8)

Beiträge

  • Aus politischem Haus: Jan Hildebrandt

    Die Hildebrandts waren eine aussergewöhnliche Familie in Ost-Berlin: kirchlich und gesellschaftlich engagiert, aktiv im Brigade-Kollektiv, mit Verwandten im Westen. Und sie standen unter Stasi-Beobachtung.

    Regine Hildebrandt wurde gegen Ende der DDR zur beliebtesten Politikerin Ost-Deutschlands, von vielen «Mutter Courage des Ostens» genannt. In dieser Familie wächst Jan Hildebrandt auf. Er erzählt von seinem 9. November 1989 - sein Geburtstag.

    Felix Schneider

  • Andrej Hermlin gab am Tag der Wende ein Konzert

    Der Musiker Andrej Hermlin ist der Sohn des Schriftstellers Stephan Hermlin - er gehörte also zu den privilegierten im DDR-Staat und konnte auch ins Ausland reisen. Am Tag des Mauerfalls gab der Pianist Andrej Hermlin ein Konzert.

    20 Jahre später liest er aus seiner Tagebucheintragung des 9. Novembers 1989.

    Felix Schneider

  • Edgar Harter spielte im ausverkauften Haus

    Der Kabarettist Edgar Harter ist seit vielen Jahren Mitglied des Berliner Kabaretts «Die Distel». Am 9. November stand er wie immer um 20 Uhr auf der Bühne, «Wir handeln uns was ein» wird gespielt, 420 Zuschauer, ausverkauftes Haus. Wie aber fing der Tag für Edgar Harter an?

    Felix Schneider

  • Frank Schöbel war einer der erfolgreichsten Schlagersänger der DDR.

    Die Schlagerlandschaft vor und nach der Wende

    Der Schlager war die beliebteste Musikrichtung in der DDR. Doch was ist 20 Jahre danach davon übrig? Der Musiker Frank Schöbel ist einer der wenigen Schlagersänger, der an seine DDR-Erfolge anknüpfen konnte. Andere Künstler waren nach der Wende plötzlich mit neuen Kriterien konfrontiert.

    Christine Müller

  • Wie eine Pfarrerin den Mauerfall erlebte

    Die Kirche hat beim Aufbruch in der DDR eine zentrale Rolle gespielt. «Wachet und betet» stand im Herbst 1989 auf den Transparenten an den Kirchen in Ost-Berlin - dieses Wort aus dem Matthäus-Evangelium wurde zum Motto der Fürbitt-Gebete und Mahnwachen.

    Uta Fey war Pfarrerin im Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg und hat den Tag der Wende vor Ort miterlebt.

    Angelika Schett

  • Stasi-Akten der ehemaligen DDR.

    Zwei ehemalige Stasi-Spitzel berichten

    Die DDR war ein Spitzel-Staat: Ein weit verzweigtes Netz von Spitzeln war für den Staatssicherheitsdienst (Stasi) tätig. Die Spitzel sammelten in nahezu allen gesellschaftlichen Bereichen Informationen über tatsächliche - oder auch nur potenzielle - staatsfeindliche Äusserungen.

    Für viele der rund 620 000 «Inoffiziellen Mitarbeiter» (IM) bedeutete dies, ein Doppelleben zu führen. Zwei ehemalige Stasi-Spitzel erzählen von ihrer Arbeit und von Moral und Macht ihrer Tätigkeit.

    Otto Langels

Moderation: Felix Schneider und Angelika Schett