Die grosse Aufregung nach «Köln»

  • Mittwoch, 27. Januar 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 27. Januar 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 27. Januar 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

«Staatsversagen», «kriminelle Ausländer», «Sexismus», «Machokultur», «Schweigen aus politischer Korrektheit» sind einige Schlagwörter, die in der Diskussion nach den Vorfällen von Köln geäussert wurden. Warum reagierten die Medien erst spät? Gibt es Denkverbote? Wer befeuert warum die Debatte?

Die Straftaten der Silvesternacht in Köln haben - mit einigen Tagen Verzögerung - zu heftigen Debatten geführt. Dass hauptsächlich junge Nordafrikaner zahlreiche Frauen sexuell bedrängt und ausgeraubt haben, sei aus «politischer Korrektheit» verschwiegen worden.

Die Polizei habe versagt, der Staat die Kontrolle verloren. Der Unmut der Oeffentlichkeit richtete sich sofort gegen die Behörden, die mutmasslichen Täter und ihr Frauenbild. Flüchtlinge gerieten unter Generalverdacht.

Dann kam ein weiterer Diskussionsstrang zum Tragen: sexuelle Gewalt und Machismo, die in westeuropäischen Gesellschaften auch hausgemacht Tradition haben.

«Kontext» beleuchtet die Debatte, und es diskutieren Fachleute aus Medien sowie Geschlechter- und Migrationsforschung.

Beiträge

  • Die Verspätung

    Erst am 4. Januar, vier Tage nach den Vorfällen, ging in den überregionalen Medien die breite Debatte über «Köln» los. Weshalb so spät? Und welches sind die Hauptstränge der Diskussionen? O-Ton aus Medienberichten.

    Raphael Zehnder

  • Die Diskussion

    Nach «Köln» wird hitzig und nicht immer sachlich diskutiert. Das rechte Spektrum versucht, die Straftaten von Köln für seine Zwecke zu nutzen. Die Asyldiskussion wird mit der Sexismusfrage verknüpft. Und die Medien sind mit Zeitdruck und anfänglich dünner Faktenlage konfrontiert.

    Wie lässt sich über eine Ungeheuerlichkeit wie die Silvesternacht von Köln berichten? Es diskutieren Janine Dahinden (Professorin für Transnationale Studien, Universität Neuenburg), Franziska Schutzbach (Gender Studies, Universität Basel) und der Journalist Christof Moser («Schweiz am Sonntag»).

    Hansjörg Schultz

  • Konservative als Frauenrechtler?

    Eine Sexismus-Forscherin hatte von Anfang an keine Lust, am Beispiel Köln über sexuelle Gewalt zu diskutieren. In Kontext erklärt sie warum.

    Stefanie Müller-Frank

  • Probleme des Turbojournalismus

    Die Medien hätten zu spät auf die Ereignisse auf dem Kölner Bahnhofvorplatz reagiert und die Herkunft der Täter bewusst verschiegen.

    «Stimmt nicht», sagt Hansi Voigt, Chefredaktor des Newsportals «Watson», und erklärt, wann etwas eine Nachricht wird und wann es keine sein kann.

    Stefanie Müller-Frank

Autor/in: Stefanie Müller-Frank, Raphael Zehnder, Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Noëmi Gradwohl