Die Reformation und ihre Auswirkungen bis heute

  • Dienstag, 31. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 31. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 31. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Martin Luthers Thesenanschlag vor 500 Jahren erschütterte zunächst die Kirchenwelt. Längerfristig prägte er die Epoche der Aufklärung, trug zur Demokratie bei und prägte – gerade in der Schweiz – die Wirtschaftsethik.

Die Geschichtswissenschaft ist sich weitgehend einig: Der reformatorische Gedanke der Gleichheit aller Menschen vor Gott war eine Voraussetzung für die Entwicklung der Demokratie. Durch die Reformation angestossen wurden zudem konfessionelle Toleranz und der Gedanke von Toleranz überhaupt.

Aber die Reformation hatte nicht nur Auswirkungen auf den Staat. Auch Wirtschaft, Handel und neue Produktions-Formen profitierten von den Gedanken und Praktiken der Reformation. Die Reformierten wurden bald um einiges geschäftstüchtiger als die Katholiken, sagt der Zürcher Historiker Tobias Straumann. In der Schweiz habe es nach der industriellen Revolution markante wirtschaftliche Unterschiede zwischen reformierten und katholischen Regionen gegeben.

Beiträge

  • Portrait Martin Luthers von Lucas Cranach d. Ä. von 1529

    Martin Luther - Ein Mönch erschüttert das Abendland

    Ein revolutionäres Gemisch aus individueller Initiative und allgemeiner Krisenstimmung löst im frühen 16. Jahrhundert die Reformation aus.

    Martin Luther, ein Mönch und Theologieprofessor, setzt mit seiner Lehre enorme Kräfte frei. Er will die Kirche retten und möchte zur ursprünglichen Wahrheit des Evangeliums zurückkehren. Als Rom ihm die kalte Schulter zeigt, radikalisiert er sich. Er wird von einer Volksbewegung getragen und dient mächtigen Territorialherren als Figur auf dem Schachbrett der Macht. Am Ende steht die Kirchenspaltung.

    Christian Schuler (Übernahme des BR München)

  • Ablasshandel: Der Papst als Antichrist in diesem Holzschnitt von Lucas Cranach d. Ä. von 1521

    Luther war kein Kapitalist

    «Wenn das Geld im Kasten klingt, die Seele aus dem Feuer springt». Das war das Motto des Klerus vor 500 Jahren. Mit dem sogenannten Ablasshandel winkte dem Sünder die Rettung, wenn er nur genug Geld spendete.

    Gegen die katholische Form der Geldeintreibung wehrte sich Martin Luther. Und auch sonst beeinflusste der Reformator in den Jahrhunderten nach seinem Thesenanschlag unseren Wirtschaftsalltag.

    Ein Gespräch mit dem Zürcher Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann.

    Hansjörg Schultz

Autor/in: Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Raphael Zehnder und Mariel Kreis