Die russische Oktoberrevolution 1917 im Blick der Künste

  • Donnerstag, 12. Oktober 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 12. Oktober 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 12. Oktober 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Russische Oktoberrevolution jährt sich dieses Jahr zum 100. Mal. Sie hat Russland grundlegend verändert und später die ganze Welt. Welche Bilder, welche Musik und welche Literatur spiegeln dieses epochale Ereignis? Und sind diese Werke glaubwürdige Zeitdokumente oder nähren sie nur den Mythos?

Die Oktoberrevolution und ihre Folgen haben nicht nur das Gesicht des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt, sondern auch die Künste. Wie verarbeiten sie die Revolutionswirren? Was taugen sie als Quelle? Und wie lenken sie unseren Blick auf die Ereignisse heute?

In «Künste im Gespräch» hinterfragen wir ein Foto vom Sturm auf den Winterpalast, das in die Geschichtsbücher eingegangen ist und von dessen verblüffender Entstehung eine Ausstellung in der Gessnerallee Zürich erzählt.

Wir nehmen ein Ohr von Kompositionen, die den Geist der Revolution einfangen, sie verklären, sich von ihr abwenden oder ihr gedenken.

Und wir nähern uns dem 600 Seiten dicken Epos «Blut und Feuer» des russischen Autors Artjom Wesjoly, der anfangs von der Revolution begeistert war, seine Hoffnungen jedoch schon bald enttäuscht sah.

Drei verschiedene Künste, drei verschiedene Geschichtsverständnisse, drei verschiedene Arten die Oktoberrevolution von 1917 Weise zu bewerten.

Beiträge

  • Der Sturm auf den Winterpalais 1919

    Sturm oder Stürmchen? Wie Geschichte gemacht wird

    Oktoberrevolution: Der Sturm auf den Winterpalast. Klar, kennt man aus der Schule. Vielleicht erinnert man sich auch an ein Schwarz-Weiss-Foto dazu: Männer rennen mit Gewehren in der Hand auf den Winterpalast in Petrograd zu. So könnte es gewesen sein. Vielleicht war es auch ganz anders.

    Das Foto entstand nämlich nicht beim «echten» Sturm auf den Winterpalast. Es zeigt nur ein Reenactment, eine nachträglich inszenierte Szene also. Warum dieses Reeanctment stattfand und was es mit dem Foto auf sich hat, das erzählt eine Ausstellung in Zürich.

    Alice Henkes

  • Der Petersburger Winterpalais ist heute ein Museum von Weltklasse

    Wie klingt die Oktoberrevolution? Ein musikalischer Querschnitt

    Die Schüsse des Panzerkreuzers «Aurora» auf das Petrograder Winterpalais am 7. November 1917 waren nicht nur der Start, sondern auch die ersten Klänge der Oktoberrevolution.

    Seitdem ist Revolutionsmusik entstanden, die gegensätzlicher nicht sein könnte: Manche Komponisten fangen den euphorisch-revolutionären Geist der 1920er Jahre ein. Andere kehren sich demonstrativ von einem positiv besetzten Revolutionserinnern ab.

    Doch beschäftigen sich Musikerinnen und Musiker von heute mit dem Oktober 1917? Oder ist das alles ein alter Hut?

    Elisabeth Baureithel

  • St. Petersburg im Mai 1917

    Artjom Wesjolys epochaler Revolutionsroman

    Der Roman «Blut und Feuer» des russischen Autors Artjom Wesjoly schildert mit grosser literarischer Kraft die Wirren und Wirrnisse der Oktoberrevolution 1917 und des daran anschliessenden russischen Bürgerkriegs.

    Der Roman erschien in den 1930er Jahren, danach war er lange Zeit verboten. Da er nun erstmals in ungekürzter Form vorliegt, zeigt er umso mehr, mit welch grosser Plastizität er ein Stück Geschichte verewigte und wie neu die künstlerischen Wege waren, die Wesjoly zu seiner Zeit beschritt.

    Felix Münger

Autor/in: Felix Münger, Alice Henkes, Elisabeth Baureithel, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Theresa Beyer