«Ehrlich, aber deutlich» - ungehörte Stimmen aus der DDR

  • Dienstag, 13. Dezember 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 13. Dezember 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 13. Dezember 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Dicke Post für die Staatsführung der DDR: Was Bürgerinnen und Bürger in Leipzig, Ostberlin und Rostock wirklich dachten, geht aus einer umfangreichen und erstmals veröffentlichten Sammlung an Briefen hervor.

Unerwartet kritisch haben Bürgerinnen und Bürger der DDR Briefe an ihre Staatsführung geschrieben. Doch die dicke Post, die Walter Ulbricht, Willi Stoph und Erich Honecker bekommen haben, blieb in der Schublade liegen. Dies zeigt eine umfangreiche Sammlung von Bürger-Briefen, die der deutsche Historiker Siegfried Suckut entdeckt und im Buch «Volkes Stimmen» veröffentlicht hat.

«Kontext» nimmt diese ungehörten Stimmen auf. Dabei kommt auch eine Zeitzeugin zu Wort, die einen dringenden und existenziellen Appell an Erich Honecker richtete und ihm darlegte, wie die Staatssicherheit ihr Leben zerstört hat. Auch sie blieb ohne Antwort und leidet noch heute unter den Folgen der Ignoranz.

Beiträge

  • Dicke Post für die Führungsriege der DDR

    «Ehrlich, aber deutlich.» So bezeichnet der deutsche Historiker Siegfried Suckut die privaten Briefe, die Bürgerinnen und Bürger der DDR an ihre Regierung geschrieben haben.

    Der Historiker hat Tausende solcher Briefe gefunden, als er nach der Wende in der Gauck-Behörde gearbeitet hat, jener Bundesbehörde, die die Stasi-Unterlagen untersucht hat.

    Jetzt, ein Viertel Jahrhundert später, publiziert Siegfried Suckut unter dem Titel «Volkes Stimmen» ein dickes Buch mit einer Auswahl an Briefen, die ein bisher unerforschtes Stück Alltagsgeschichte in der DDR offenlegen.

    Sabine Bitter

  • Claire’s Brief an Honecker: Über eine Liebe im Schatten der Stasi

    Es ist eine Liebe über die deutsch-deutsche Grenze hinweg: zwischen Claire im Osten und Johann im Westen. Damals hat die Staatssicherheit die Beiden im Visier und drangsaliert Claire. Sie wird beschattet, inhaftiert und schliesslich verliert sie ein ungeborenes Kind.

    Später bringt sie einen Sohn zur Welt, der ihr weggenommen wird.

    In ihrer Verzweiflung schreibt Claire einen langen Brief an den mächtigsten Mann der DDR, an Erich Honecker, Generalsekretär der sozialistischen Einheitspartei.

    Claire erzählt in «Kontext», wie es zu diesem Brief gekommen und was daraus geworden ist.

    Nathalie Nad-Abonji

Autor/in: Sabine Bitter und Nathalie Nad-Abonji, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Julia Voegelin