Europa: Integration gescheitert?

  • Freitag, 20. März 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 20. März 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 20. März 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Viele europäische Länder bemühen sich seit Jahrzehnten darum, gesellschaftliche Gruppen zu integrieren, die fremdländische Wurzeln haben und von anderen kulturellen und religiösen Werten geprägt werden, als die einheimische Mehrheitsgesellschaft. Wie erfolgreich ist aber diese Integrationspolitik?

Die Attentate im Zusammenhang mit Charlie Hebdo in Paris haben es der europäischen Öffentlichkeit einmal mehr vor Augen geführt: In manchem europäischen Land gibt es radikalisierte und gewalttätige Gruppen, die grundlegende demokratische Werte wie Meinungs- und Redefreiheit angreifen und nicht bereit sind, die Werte der westlichen Gesellschaft zu akzeptieren und sich in diese zu integrieren.

«Kontext» führt mit drei Reportagen zu drei europäischen Brennpunkten. Die Sendung zeigt auf, wie es konkret um die Integration der jungen Generation steht, die zwar fremdländische Wurzeln hat, aber in einem westlichen Land aufgewachsen und sozialisiert worden ist: In der Banlieue von Paris und in einer «schwarzen» Schule in Amsterdam. Ausserdem beleuchtet die Sendung ein Vorzeige-Integrationsprojekt in einer schwedischen Industriestadt.

Beiträge

  • Grigny, ein Vorort südlich von Paris und Schauplatz der gewalttätigen Zusammenstösse mit der Polizei im Jahr 2005.

    Integration als verschlepptes Problem

    An politischen Versprechen für eine bessere Integrationspolitik hat es in Frankreich im vergangenen Jahrzehnt nicht gemangelt.

    Doch bis heute lebt der Großteil der Migrantenfamilien in den berüchtigten Ghettos vor den Toren der französischen Grossstädte, von der alteingesessenen französischen Gesellschaft kulturell, sozial und wirtschaftlich abgeschnitten. Ein sträflich verschlepptes Problem, das seit der Pariser Attentate im Januar wieder auf der politischen Agenda steht.

    Margrit Hillmann

  • Nach dem Attentat an Theo van Gogh wurde ihre muslimische Schule in Eindhoven Ziel eines Anschlags, November 2004.

    Selbstbewusste junge Migranten in den Niederlanden

    Die Niederlande sind als ehemalige Kolonialmacht ein traditionelles Einwanderungsland. In den grossen Städten wie Amsterdam und Rotterdam hat die Hälfte der Bevölkerung fremdländische Wurzeln.

    Das Zusammenleben zwischen den gesellschaftlichen Gruppen mit ihrem unterschiedlichen kulturellen und religiösen Hintergrund war nicht immer einfach. Die Ermordung des Filmemachers Theo van Gogh durch einen Islamisten vor elf Jahren legte dies offen. Doch seither bemühen sich die Niederlande erfolgreich um die Integration der jungen Generation, wie Elsbeth Gugger in ihrer Reportage aufzeigt.

    Elsbeth Gugger

  • Die aus Burma geflüchtete Marmony Shee pflanzt auf einem gemeindefinanzierten Hof biologisches Gemüse.

    Die zwei Gesichter der Integration in Schweden

    Schweden verfolgt seit Jahrzehnten eine betont liberale Einwanderungspolitik. Ausserhalb der grossen Agglomerationen funktioniert dies sehr gut: Man geht auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Migranten ein, wie die Reportage von Bruno Kaufmann aus der Industriestadt Sandviken zeigt.

    Der SRF-Nordeuropakorrespondent schildert aber auch eine andere Wirklichkeit mit Ausländergettos in den Grossstädten.

    Bruno Kaufmann

Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Sabine Bitter