Flucht und Ankommen in der Kinder- und Jugendliteratur

  • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 14. Dezember 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Markt boomt: Kinder- und Jugendbücher zum Thema Flucht stehen weit oben auf den Bestsellerlisten. Sie widerspiegeln die aktuelle geopolitische Lage. Sie treffen den Nerv der Zeit und tragen zur Integration bei, vor allem die «Silent Books» – Bücher ohne Text.

Wer auf die aktuellen Neuerscheinungen im Kinder- und Jugendbuchmarkt blickt, dem fällt momentan ein Thema auf: Geschichten über Flucht und Ankommen. Kinder- und Jugendbücher können bei der Integration verschiedene Rollen einnehmen, je nach Altersgruppe.

Kontext stellt einige Neuerscheinungen vor, ordnet mit der Literaturwissenschaftlerin Hajnalka Nagy von der Universität Klagenfurt Fluchtgeschichten für Kinder und Jugendliche ein. Autorinnen mit und ohne Fluchterfahrungen reden übers Schreiben solcher Bücher.

Eine ganz andere Rolle nehmen «Silent Books» ein, Bücher ohne Text. Das veranschaulicht ein Projekt aus Lampedusa.

Beiträge

  • Das Bilderbuch «Am Tag, als Saída zu uns kam» von Susana Gómez Redondo und Sonja Wimmer

    Geschichten von Liebe, Hass und Freundschaft

    Je nach Zielgruppe schreibt man anders über Flucht. Wir stellen ein Jugendbuch, ein Kinderbuch und ein Bilderbuch vor. Peer Martins «Sommer unter schwarzen Flügeln» erzählt von der unmöglichen Liebe eines Flüchtlingsmädchens aus Syrien und einem Neonazi in Deutschland.

    Ein syrischer Junge wird in «Djadi, Flüchtlingsjunge» von Peter Härtling in einer WG aufgenommen. Das Bilderbuch «Am Tag, als Saída zu uns kam» von Susana Gómez Redondo und Sonja Wimmer feiert die Freundschaft und Neugier.

    Britta Spichiger, Noëmi Gradwohl

  • Neue Entwürfe von Heimat und Identität

    Flucht und Ankommen als Themen in der deutschsprachigen Kinder- und Jugendliteratur sind nicht neu. Bereits im letzten Jahrhundert gab es erste Bücher dazu, welche speziell für Kinder und Jugendliche geschrieben wurden.

    Ein Gespräch mit der Literaturwissenschaftlerin Hajnalka Nady von der Universität Klagenfurt darüber, welche Geschichten erzählt werden – und welche nicht.

    Noëmi Gradwohl

  • Die Autorin und Sozialpädagogin Mernousch Zaeri-Esfahani

    Schreiben aus eigener Erfahrung und aus der Beobachterperspektive

    Muss man Flucht und Ankommen selber erlebt haben, um glaubhaft darüber zu schreiben? Die Autorin und Sozialpädagogin Mernousch Zaeri-Esfahani ist als Kind geflüchtet; die deutsche Autorin Anja Tuckermann nicht. Beide schreiben über Flucht und erzählen von unterschiedlichen Zugängen.

    Noëmi Gradwohl

  • «Silent Books» – Geschichten, die Grenzen auflösen

    Flüchtlinge in Europa und Bücher zusammenbringen.

    Dieses Ziel setzte sich 2012 das Projekt «Silent Books – Final Destination Lampedusa»: Das Netzwerk «Internationales Kuratorium für das Jugendbuch» forderte seine Zweigstellen in aller Welt auf, Bücher ohne Worte an die Flüchtlingsdestination Lampedusa zu schicken.

    Mit diesen Geschichten konnten die Menschen auf der Flucht ihre Erlebnisse und Erfahrungen teilen - auch mit Menschen, die nicht dieselbe Sprache sprechen. Anfang 2017 kommen diese Bücher in die Schweiz.

    Britta Spichiger

Autor/in: Noëmi Gradwohl und Britta Spichiger, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Julia Voegelin