Grund zu Misstrauen? Die grosse Datenunsicherheit

  • Montag, 23. April 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 23. April 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 23. April 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Hand- und Zweckänderung der Daten von bis zu 87 Millionen «Facebook»-Profilen zur Firma «Cambridge Analytica» hat die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Unsere oft freiwillig preisgegebenen Daten nehmen bisweilen verschlungene Wege. Und sie bilden die Grundlage für manches Geschäftsmodell.

«Das Internet» weiss über uns Bescheid und deckt uns mit Produktewerbung und politischen Botschaften ein, vielleicht ohne dass wir das wollen. Firmen sammeln Daten und tauschen sie aus, ohne dass sie die Einwilligung der Betroffenen hätten. Datenschutz bloss noch ein Wort. Das Recht auf Privatsphäre ist bedroht. Ist E-Voting in diesem Zusammenhang ein taugliches Instrument?

«Kontext» versucht, Überblick zu gewinnen, und fragt, ob das neue Schweizer Datenschutzgesetz ein wirksames Gegenmittel sein könnte gegen den Wildwuchs im Netz.

Beiträge

  • Mark Zuckerberg vor Gericht aufgrund des Facebook-Datenskandals

    Die grosse Datenunsicherheit

    Der Datenskandal um «Facebook» und «Cambridge Analytica» zeigt, dass IT-Firmen dem Schutz der von ihnen gesammelten Informationen wenig Gewicht beimessen. Sie leben von diesen Daten, setzen sie ein für Werbung und politische Beeinflussung.

    Was Unternehmen und PR-Trupps mit unseren Daten anstellen, ist höchst intransparent. Obamas Kampagnenteam setzte schon 2012 auf «Big Data». Der Bürger, die Bürgerin werden zu Zielen des Politikmarketings.

    Raphael Zehnder

  • Beim Online-Shopping werden oft mehr Daten gespeichert als nötig

    Kommerzielles Datensammeln

    Firmen sammeln Daten. Sie wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben, wenn wir beispielsweise online einkaufen. Daten sind für Unternehmen notwendig, weil sonst der Versand oder die Rechnungsstellung gar nicht möglich wäre.

    Die Sammeltätigkeit vieler Firmen geht heute aber weit über diese notwendigen Daten hinaus.

    Reto Widmer

  • Auch beim Surfen auf dem Handy hinterlassen wir unsere Datenspuren

    «Das Digitale durchdringt den Alltag»

    Bei immer mehr alltäglichen Tätigkeiten hinterlassen wir Datenspuren, nicht mehr nur beim Surfen im Internet. Neue Apps auf den Mobiltelefonen tragen einen grossen Teil dazu bei: Billettkauf bei der SBB oder anderen Transportunternehmen, beim Benutzen des Sharing-Velos oder Autos.

    Was geschieht mit diesen Daten? Diese werden oft zu Geld gemacht, in dem unser Nutzungsverhalten personalisierte Werbung ermöglicht. Wie genau das aber die verschiedenen Firmen handhaben ist höchst unterschiedlich.

    Daniel Theis

  • Das Abstimmungscouvert einwerfen: bald Vergangenheit?

    «E-Voting: Eine Gefahr für die Demokratie?»

    Mit E-Voting will der Bund die Demokratie fördern und mehr Menschen zur Stimmabgabe animieren.

    Kritiker halten dies für gefährlich: Wenn das Vertrauen in die Sicherheit der digitalen Urne ins Wanken gerät, könne dies zu einer ernsthaften Bedrohung für die Schweizerische Demokratie werden.

    Daniel Theis

  • Ist das Datenschutzgesetz in der Schweiz veraltet?

    In Totalrevision: Schweizer Datenschutzgesetz

    Das Schweizer Datenschutzgesetz soll ans Digitalzeitalter angepasst werden - und an die Europäische Datenschutz-Grundverordnung.

    Welche Änderungen zeichnen sich ab? Wie gewichtet das Gesetz zwischen den Schutzinteressen von Individuen und den Interessen der Wirtschaft? Wo liegen die Stärken und die Schwächen des Gesetzesentwurfs?

    Wir befragen Ursula Uttinger, Präsidentin des Datenschutz-Forums Schweiz, und Adrian Lobsiger, den Eidgenössischen Datenschutz- und Öffentlichkeitsbeauftragten.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Raphael Zehnder, Daniel Theis, Reto Widmer, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Maya Brändli