Gute Besserung dank Peers?

  • Dienstag, 16. August 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 16. August 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 16. August 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Seit wenigen Jahren sind in psychiatrischen Kliniken, Ambualtorien und Suchtstationen Peers anzutreffen. Man nennt sie auch Genesungsbegleiter. Peers sind selber psychiatrieerfahren und sollen mit ihrem Erfahrungswissen das therapeutische Angebot komplementieren und für gute Besserung sorgen.

Jasmin Jossen ist jung, klug, hübsch und immer mal wieder in seelischer Not. Sie hat aufgehört, das ausschliesslich als Stigma zu sehen. Seit wenigen Jahren arbeitet sie im Auftrag von Pro Mente Sana als Peer und auch als Peerausbildnerin. So macht sie ihr Erfahrungswissen für andere Betroffene fruchtbar.

In Kontext begleiten wir sie bei der Arbeit in den Psychiatrischen Diensten im Bezirkspital Langenthal. Wir treffen Sie auch an einem Ausbildungsmorgen in der Klinik Königsfelden. Wir befragen Psychiatriepatienten, was ihnen das Gespräch mit einer Genesungsbegleiterin gebracht hat. Und wir konfrontieren einen Stationsleiter mit kritischen Einwänden zu dieser neuen Berufsgattung.

Beiträge

  • Suizidversuche auf der Abteilung sind auch für die Mitpatienten und das Pflegepersonal belastend.

    Ein Suizidversuch auf der Abteilung

    Es ist ein düsterer Sommermorgen auf der Station. In der Nacht hat eine Patientin versucht, sich das Leben zu nehmen. Das geht nicht spurlos an ihren Mitpatienten vorbei. Welche Rolle bei der Bearbeitung des Schreckens spielt die Genesungsbegleiterin auf der Station?

    Eine Reportage aus einem fast normalen Tag auf der Psychiatriestation im Spital Langenthal.

    Cornelia Kazis

  • Sind Psychiatrieerfahrene genügend Belastbar für die Arbeit mit Patienten? Stehen sie in Konkurenz zum klassischen Pflegepersonal?

    Billigjob Rivalität und keine Belastbarkeit?

    Vielen leuchtet es ein, dass Psychiatrieerfahrene, die ihre Krise überwunden haben, hilfreich sein können für die akut Erkrankten, ihre schwergeprüften Angehörigen oder auch die Institutionen selber.

    Allerdings gilt es auch kritisch nachzufragen: Gibt es nicht Rivalitätskonflikte mit den Fachpersonen auf der Station? Werden die Peers als billige Arbeitskräfte ausgenützt? Und: Stehen sie nicht grundsätzlich Psychiatrie und Psychopharmaka kritisch gegenüber? Machen die Genesungsbegleiter die Teamarbeit nicht noch komplizierter?

    Ein Gespräch mit dem Psychiatriepflegefachmann Thomas Derungs.

    Cornelia Kazis

  • Die Weiterbildung hilft den Genesungsbelgeitpersonen beim Trialog zwischen Patienten, Angehörigen und Klinikpersonal.

    Peer Weiterbildung: Das Jahr der Verwandlung

    Der Verein EX -IN Bern und die Stiftung Pro Mente Sana bieten die Peer Weiterbildung auf der Grundlage des EX-IN Curriculums an. EX-IN steht für Experienced Involvement, also den Einbezug von Erfahrenen.

    Wir sind an einem Ausbildungstag in der Klinik Königsfelden. 20 angehende Peers versammeln sich zu einem Ausbildungstag, an dem sie das Prinzip des Trialogs kennenlernen: Das Gespräch zwischen Betroffenen, Psychiatirefachleuten und Angehörigen.

    In der Reportage erfahren wir viel über die Motivation, zum Peer zu werden und werden Zeugen eines unverwechselbaren Ausbildungsklimas.

    Cornelia Kazis

  • Was sind die Vorteil der Komunikation mit einer Genesungsbegleitperson.

    Ich wollte sie immer wieder sehen!

    Was unterscheidet das Gespräch mit der Psychiaterin von einem Gespräch mit einer Genesungsbegleiterin? Was können diese, was nicht auch eine sensible und versierte Pflegefachfrau in der Klinik kann? Wozu ist die Peer wirklich gut?

    Ein Gespräch mit einem jungen Mann und einer älteren Frau, die beide seelisch sehr schwer litten und immer wieder leiden über ihre Erfahrung mit den Peers.

    Cornelia Kazis

Autor/in: Cornelia Kazis, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Raphael Zehnder