Heinz Holliger’s neue Oper «Lunea»

  • Mittwoch, 28. Februar 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 28. Februar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 28. Februar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

20 Jahre nach «Schneewittchen» wagt sich Heinz Holliger wieder an eine Oper. «Lunea» beschäftigt sich mit dem Dichter Nikolaus Lenau, den ein Schlaganfall mit 42 Jahren in Umnachtung stürzte. Ein Musiktheater der Extreme, das in Zürich mit Christian Gerhaher in der Hauptrolle zur Uraufführung kommt.

«Lunea» sei keine Oper, sagt Heinz Holliger. In 23 Bildern aus dem Leben des Dichters Nikolaus Lenau entfaltet sich ein Musiktheater, in dem die Zeit wie im Kaleidoskop verformt wird, sich dehnt und in blitzartige Momente verkürzt. Wie bringt man eine Oper ohne lineare Handlung auf die Bühne?

Regisseur ist der Zürcher Intendant Andreas Homoki, der ein Star-Ensemble für diese Uraufführung engagiert hat. Im Gespräch mit ihm und Heinz Holliger geht es um Nikolaus Lenau, einen der berühmtesten Dichter der deutschen Romantik, der heute fast vergessen ist, und um die Klänge, die sich aus seiner Sprache erfinden lassen.

Die Sopranistin Juliane Banse und der Bariton Christian Gerhaher geben Auskunft über die Herausforderung, Heinz Holligers Opernfiguren zu verkörpern und seine Musik zu singen.

Und der Souffleur des Zürcher Opernhauses berichtet von seinem Beruf, der im zeitgenössischen Musiktheater für die Darsteller geradezu lebenswichtig ist.

Beiträge

  • Die Hauptdarstellerin der Oper «Lunea» ist die Sopranistin Juliane Banse.

    Juliane Banse und Christian Gerhaher über ihre Rollen in «Lunea»

    Sie sind Stars der Opernbühne und haben von Heinz Holliger Musik komponiert bekommen, die er ihnen quasi auf den Leib geschrieben hat: die beiden Hauptdarsteller in «Lunea», die Sopranistin Juliane Banse und der Bariton Christian Gerhaher.

    Auch wenn er stimmlich Extremes von ihnen fordert, so sind doch beide von Holligers Klangwelt zu tiefst berührt. Juliane Banse erzählt, warum sie diese Musik fast in eine Art Trance bringt und Christian Gerhaher beschreibt, was es für ihn heisst, Interpret zu sein: «Man ist eine Art Gefäss, durch das die Musik strömt, um lebendig zu werden».

    Cécile Olshausen

  • Regisseur Andreas Homoki erklärt, wie er die Oper «Lunea» ohne lineares Handlungsgerüst in 24 kurzen Szenen auf die Bühne bringen will.

    Andreas Homoki und Heinz Holliger über «Lunea»

    Nach dem Liederzyklus «Lunea» über kurze Notizen und Aphorismen von Nikolaus Lenau von 2013 hat Heinz Holliger nun eine Oper über die Hauptfigur vollendet.

    Was fasziniert den Komponisten an diesem prominenten Reimer und Briefeschreiber der Romantik? Worauf hat er in der Zusammenarbeit mit dem Librettisten Händl Klaus geachtet? Holliger gibt Auskunft über seine Sicht auf Lenau und die Klänge, die sich für ihn aus den Worten des Dichters erschliessen. Regisseur Andreas Homoki erklärt, wie er eine solche «Oper» ohne lineares Handlungsgerüst in 24 kurzen Szenen auf die Bühne bringen will.

    Andreas Müller-Crepon

  • Wichtig für die Darsteller: Der Souffleur.

    Vladimir Junyent über die Herausforderungen beim Soufflieren

    Ohne ihn wären die Sängerinnen und Sänger geliefert, denn er ist der «maestro suggeritore». Der Souffleur. Der verlängerte Arm des Dirigenten, der zwischen den Sängern und dem Dirigenten sitzt und dafür verantwortlich ist, dass die Verbindung zwischen Orchester und Bühne nicht verlorengeht.

    Ein Beruf, der Stressresistenz verlangt. Denn der Souffleur muss nicht nur mehrere Sprachen beherrschen, sondern ein Meister des multitasking sein. Er schaut auf die Partitur vor sich UND auf den Monitor mit dem Dirigenten UND auf die Sänger. Und muss jeden Einsatz geben. Jeden.

    Florian Hauser

Autor/in: Andreas Müller-Crepon, Cécile Olshausen, Florian Hauser, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Raphael Zehnder