Ins Rollen gebracht: Was tun mit menschlichen Exponaten in Museen?

  • Donnerstag, 17. August 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 17. August 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 17. August 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In der Kontext- Sommerserie blicken wir zurück. Themen von einst nehmen wir wieder auf und schauen neu: Was hat sich getan? Gibt es einen Wandel hin zum Besseren? Sind wir klüger geworden in der Zwischenzeit oder treten wir immer noch an Ort?

In unsern Museen liegen zahlreiche menschliche Überreste - sogenannte «human remains»: Schädel, Knochen, Skelette. Was vor 200 Jahren ohne grosse Hemmungen aus Neugier und zu Forschungszwecken gesammelt wurde, ist heute aus ethischen Gründen oft nicht mehr tragbar.
Wohin mit diesen Leichen im Keller der Museen und der Geschichte? Dazu machen sich seit einigen Jahren immer mehr Museen Gedanken. In Europa haben England und Deutschland inzwischen dazu ausführliche Richtlinien erarbeitet. Aktuell haben die Mussen am internationalen Museumstag 2017 eine Offensive gestartet und heikle Objekte zum Thema gemacht. Der Anfang einer komplexen Auseinandersetzung - und Anlass, eine Sendung aus dem Jahr 2013 nochmals in den Äther zu schicken, denn das Thema ist aktueller denn je.

Beiträge

  • In vielen naturhistorischen oder anthropologischen Museen Europas liegen zahlreiche menschliche Ueberreste.

    Wohin mit den Leichen im Keller?

    In vielen naturhistorischen oder anthropologischen Museen Europas liegen zahlreiche menschliche Ueberreste meist gesammelt in den einstigen Kolonialgebieten: Knochen, Köpfe, Häute von Männern, Frauen und Kindern, die hauptsächlich im 18. und 19.

    Jahrhundert zu Forschungszwecken gesammelt wurden. Sind das «Objekte»? Wenn nein - wie umgehen mit ihnen? Diese Frage beschäftigt ehemalige Kolonialstaaten ebenso wie die hiesigen Museen und stellt beide zuweilen vor höchst komplexe Probleme. Wiederholung vom 7. März 2013

    Maya Brändli

  • Oft fehlen gerade für alte Museumsbestände klare Angaben zur Herkunft der Objekte.

    Provenienzforschung auch für ethnologische Sammlungen das A und O

    Die Debatte um die Frage, wie umgehen mit den menschlichen Ueberresten in den Kellern und Ausstellungsräumen unserer Museen wird inzwischen öffentlich geführt und da zeigt sich, dass oft gerade für alte Museumsbestände klare Angaben zur Herkunft der Objekte fehlen.

    Ohne diese Angaben aber stellen sich nicht nur ethische Fragen, sondern auch ihr wissenschaftlicher Wert ist mehr als fragwürdig. Es diskutieren Gerhard Hotz vom Naturhistorischen Museum Basel und Gudrun Föttinger, Leiterin der Sammlungen im bernischen historischen Museum.

    Maya Brändli

Autor/in: Maya Brändli, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Brigitte Häring