Kongo Tribunal: Milo Rau analysiert den globalen Rohstoffkrieg

  • Freitag, 3. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 3. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 3. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Schweizer Regisseur Milo Rau hat in Berlin und in der ostkongolesischen Stadt Bukavu zwei grosse Theatertribunale abgehalten. Auf der Bühne sagten Regierungsvertreter, Oppositionspolitiker sowie Experten und Opfer des globalen Rohstoffgerangels aus.

Bürgerkriege, Völkermord, Rohstoffplünderungen. Die Verstrickungen und Abhängigkeiten im Kongo sind scheinbar unentwirrbar.

In inszenierten Prozessen versucht Milo Rau Themen und Zusammenhänge zu diskutieren, wie es ausserhalb des Theaters kaum möglich wäre. Dabei legt er auch einen Fokus auf die unrühmliche Rolle des Westens im globalen Kapitalismus und Rohstoffmarkt.

Beiträge

  • Teil der «Bukavu Hearings»: Chefankläger Sylvestre Bisimwa verhört einen Zeuge.

    Das Kongo Tribunal: The Bukavu Hearing

    Ende Mai wurde in der ostkongolesischen Stadt Bukavu über drei konkrete Fälle verhandelt: Ein Massaker, bei dem 35 Menschen getötet wurden, und zwei Fälle von Rohstoffkriminalität.

    Auch wenn das Theatertribunal keine juristischen Folgen hat, gab es Menschen eine Bühne, die sonst nicht gehört werden.

    Andreas Tobler

  • Rohstoffreiches Land: ein Mann in Kongo verarbeitet Mineralien.

    Rohstoffe, die Treibstoffe des Konflikts

    Seltene Metalle, Gold, alles, was die Luxusindustrie, vor allem aber die Handyindustrie braucht - sie sind die Basis für die Finanzierung des Terrors im Osten der Demokratischen Republik Kongo.

    Eine der besten Kennerinnen dieses Dramas ist Sophia Pickles, sie leitet die Abteilung Konfliktmineralien bei der internationalen Menschenrechtsorganisation Global Witness.

    Christoph Keller

  • Milo Rau bei den «Berlin Hearings».

    Das Kongo Tribunal: The Berlin Hearings

    Der zweite Teil von Milo Raus «Kongo Tribunal» fand in einem Theatersaal in Berlin statt. Dabei ging es um die Verantwortung des Westens am brutalen Wirtschaftskrieg im Ostkongo.

    Was hat das «Kongo Tribunal» gebracht? Ist im fiktiven Kunstraum etwas möglich, was die politischen Bühnen derzeit nicht vermögen?

    Andreas Tobler

Autor/in: Andreas Tobler, Christoph Keller, Moderation: Ellinor Landmann, Redaktion: Christoph Keller, Dagmar Walser