Korruption - Delikt der Nähe

  • Montag, 1. Juni 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 1. Juni 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 1. Juni 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Festnahme von sieben FIFA-Funktionären in Zürich lenken die Aufmerksamkeit auf das Thema Korruption, den kriminellen Austausch von Geld und Gefälligkeiten, der Institutionen unterwandert und die Glaubwürdigkeit von Politik, Verbänden und Wirtschaft schädigt. Die grossen Fälle sind die Ausnahme.

Korruption ist kein Kavaliersdelikt. Denn auf Kosten der einen bereichert sie die andern - und vergrössert deren Macht in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik.
In der Schweiz ist die Gesetzgebung hinsichtlich Privatbestechung lasch. Und weil an Bestechungshandlungen nur Täter beteiligt sind, der Bestecher und der Bestochene, kommt das unsichtbare Opfer, meist der Steuerzahler, nur selten zu seinem Recht.

«Kontext» geht heute auf die FIFA ein, fragt ob das kasachische Lobbying im Bundeshaus Korruption ist, beleuchtet die Verflechtung zwischen Bauwirtschaft und Politik in Ungarn, dokumentiert den Stimmenkauf durch den Grossindustriellen Dassault in einer französischen Kleinstadt und fragt nach Verbesserungsmöglichkeiten in der Schweiz, wo die Parteienfinanzierung undurchsichtig ist und Whistleblower schlecht geschützt sind.

Beiträge

  • Fifa-Gebäude in Miami, USA: Die Polizei fährt vor.

    FIFA und Fall Kasachstan

    Seit vielen Jahren sind zweifelhafte Praktiken im Umfeld der FIFA im Gespräch.

    Weshalb werden erst jetzt mutmassliche Täter festgenommen? Eric Martin, Präsident von «Transparency International Schweiz», im Gespräch über die Schwierigkeiten, Korruption zu beweisen, über unerwünschte Effekte des Lobbyismus im Bundeshaus und über das Problem von Nähe und Kleinräumigkeit.

    Raphael Zehnder

  • Porteste in Budapest gegen die Regierung Viktor Orbans.

    Wenn plötzlich im Dorf ein Stadion steht

    Auf dem Korruptions-Index von «Transparency International» rangiert Ungarn auf Platz 47, gleichauf mit Costa Rica. Die Regierung des Ministerpräsidenten Viktor Orban verfolgt eine Politik der Machtkonzentration. Vettern- und Günstlingswirtschaft sind alltäglich.

    Kämpfer gegen die Korruption sind machtlos, weil sie von der Regierung keine Akteneinsicht bekommen.

    Karl Harenbrock

  • Ein Kriminalfall: die politische Laufbahn des französischen Grossindustriellen Serge Dassault.

    Wenn der Milliardär Stimmen kauft

    Stimmenkauf und Kidnapping-Pläne, Briefumschläge mit Bargeld, ein Bürgermeister, der nicht mehr antreten darf, aber nach dem Wahlsieg seines Strohmanns dennoch in der Mairie von Corbeil-Essonnes residiert.

    Die politische Laufbahn des französischen Grossindustriellen Serge Dassault liest sich nicht nur wie ein Kriminalfall, sie ist einer. Wer für ihn stimmte, erhielt Geld und Arbeit. Die 46'000-Einwohner-Stadt in der Île-de-France ist ein trauriges Beispiel, wie Korruption in Westeuropa funktioniert.

    Margit Hillmann

  • Die Solothurner Parteien müssen ihre Spenden nicht öffentlich bekanntgeben.

    Schweiz – Insel der Glückseligen?

    International steht die Schweiz in Sachen Korruption gut da.

    Doch ist sie eine Insel der Glückseligen? Eric Martin, Präsident von «Transparency International Schweiz», erklärt im Gespräch mit Gesellschaftsredaktor Raphael Zehnder, welche Risiken es in der Schweiz gibt und in welchen Bereichen Oeffentlichkeit und Verwaltung besonders genau hinsehen müssen. Die intransparente Parteienfinanzierung und der mangelnde Schutz von Whistleblowern sind Martins zentrale Anliegen.

    Raphael Zehnder

Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Raphael Zehnder