Künste im Gespräch: Die Kraft des Dokumentarischen

  • Donnerstag, 16. April 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 16. April 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 16. April 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Das dokumentarische Theater ist eine der augenfälligsten Tendenzen des zeitgenössischen Theaters: Persönliche Geschichten kommen auf die Bühne, die Wahrheit wird explizit im Privaten gesucht und die Grenze zwischen echt und fiktiv verschwimmt.

Die Wirklichkeit ist konstruiert. Bereits zum zweiten Mal stellen die Basler Dokumentartage «Its the real thing» (15. bis 19. April 2015) verschiedene Formen und Formate dokumentarischen Kunstschaffens vor.

Wie entsteht Öffentlichkeit? Wie funktioniert Erinnerung? Das sind Fragen, die auch den Schweizer Regisseur Milo Rau interessieren. Er steht für ein politisches Theater, das sich auf dokumentarisches Material bezieht.

Beiträge

  • Im Museum of Broken Relationships sind Überbleibsel vergangener Beziehungen zu sehen.

    «It’s the real thing»: Geteilter Herzschmerz

    Im «Museum of Broken Relationships» sind Objekte ausgestellt, die von gescheiterten Liebesbeziehungen erzählen.

    Seit bald zehn Jahren sind die Künstlerin Olinka Vištica und der Künstler Dražen Grubiši? aus Zagreb mit diesem Projekt unterwegs und schaffen aus ganz privaten Erinnerungen einen universellen Raum des Schmerzes und der Hoffnung. Im Rahmen der Basler Dokumentartage stellen sie ihre Sammlung zum ersten Mal in der Schweiz aus.

    Dagmar Walser

  • In «Dark Ages» erzählen die Schauspieler von ihren Erinnerungen an den Krieg.

    «The Dark Ages»: intime Geschichten aus Europas dunkeln Kapiteln

    Siebzig Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges und zwanzig Jahre nach dem Massaker von Srebrenica beschäftigt sich der Schweizer Regisseur Milo Rau mit Vertreibung, Heimatlosigkeit und Tod.

    In seinem neuen Stück am Münchner Residenztheater erzählen fünf Schauspielerinnen und Schauspieler von ihren Erinnerungen an den Krieg, und wie er sich in ihre Biografien eingegraben hat.

    Kaa Linder

  • Milo Rau ist einer der zentralen Regisseure des dokumentarischen Theaters.

    Der Regisseur Milo Rau: Vom Reenactement zum privaten Bekenntnis

    Milo Rau ist einer der bedeutendsten Akteure auf dem Feld des dokumentarischen Theaters. Bekannt geworden ist er durch Reenactements von politisch brisanten Stoffen wie beispielweise dem Genozid in Ruanda («Hate Radio»).

    Mit provakanten Theaterformaten lotet er den Grat zwischen Wirklichkeit und Kunst immer neu aus.

    Im Gespräch erzählt Milo Rau, weshalb ihn derzeit die Auseinandersetzung mit dem aktuellen Zustand Europas interessiert.

    Kaa Linder

Autor/in: Kaa Linder, Dagmar Walser, Moderation: Bernard Senn