Künste im Gespräch: Köhler, Musik wie Mondrian, Identitätspolitik

  • Donnerstag, 11. Januar 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 11. Januar 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 11. Januar 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der Dokumentarfilm «Köhlernächte» zeigt die Köhlerei in der Schweiz. Der Komponist Hermann Meier schuf Musikpartituren wie Mondrianbilder. Mark Lilla, US-Professor zur Ideengeschichte, reflektiert Identitätspolitik unter Donald Trump.

Rauchende, runde, grosse schwarze Haufen mitten im Wald: das sind Kohlemeiler im Schweizerischen Entlebuch. Dort wird noch kommerziell Holzkohle hergestellt. Robert Müller hat dieses alte Handwerk in seinem kunstvollen und erstaunlich unsentimentalen Dokumentarfilm «Köhlernächte» eingefangen. Ein Gespräch mit dem Schweizer Regisseur.

Der Solothurner Komponist Hermann Meier war ein musikalischer Visionär. Er beschäftigte sich mit Architektur und Malerei. Seinen Traum von «Mondrian Musik» setzte er um, indem er musikalische Flächen vertonte. Das Kunstmuseum Solothurn zeigt Meiers Kompositionspläne.

Die Liberaldemokraten in den USA würden sich in einem politischen Programm verlieren, das es unzähligen Minderheiten recht machen will und sich genau dadurch um die Mehrheitsfähigkeit bringt. Diesen Vorwurf erhebt Mark Lilla, Professor für Ideengeschichte an der New Yorker Columbia University und Autor des vieldiskutierten Buches «The Once and Future Liberal: After Identity Politics».

Beiträge

  • Die alte Tradition der Köhlerei

    Schweizer Dokumentarfilm: «Köhlernächte»

    Nächtelang stehen die Köhler vom Entlebuch auf ihren rauchenden Holzkohlehaufen, den Meilern. Sie führen eine ebenso archaisch wie meditativ anmutende Tradition weiter. Nicht nur museal: Die Köhler verdienen damit bis zu einem Viertel ihres Einkommens.

    Robert Müller hat über dieses aussterbende Handwerk einen Dokumentarfilm gedreht. Wie wichtig es ist, solche Traditionen filmisch einzufangen, und was die Musik vom Schweizer Schlagzeuger Fritz Hauser dazu beiträgt, das erörtert Regisseur Robert Müller im Studiogespräch.

    Brigitte Häring

  • Portrait von Hermann Meier

    Hermann Meier, ein lange verkannter Schweizer Musikpionier

    Radikal ist seine Musik, kompromisslos im Ausdruck, durchschlagend in der Wirkung. Und gleichzeitig unglaublich sinnlich. Der Solothurner Komponist Hermann Meier und sein Schaffen waren zu seinen Lebzeiten im 20. Jahrhundert kaum bekannt.

    Erst in den letzten Jahren kamen seine Werke in die Konzertsäle und seine farbigen graphischen Pläne für seine Stücke ans Licht. «Mondriane» heissen sie, und tatsächlich erinnern sie auch an Piet Mondrians Bilder.

    Mit einer Ausstellung im Kunstmuseum Solothurn wird Meier nun erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt.

    Moritz Weber

  • Rosa Strickmütze als Protest

    Rosa Strickmützen im Museum

    Seit Donald Trumps Wahl zum Präsidenten illustrieren Amerikas Kulturschaffende, was die amerikanische Linke praktiziert: Identitätspolitik. Und zwar erfolglos.

    So lautet jedenfalls die These von Mark Lilla, Professor für Ideengeschichte an der New Yorker Columbia University und Autor des vieldiskutierten Buches «The Once and Future Liberal: After Identity Politics».

    Ein Gespräch mit Mark Lilla über aufgeblasenen Symbolismus, Scharmützel unter Gleichgesinnten und verpasste Chancen.

    Sacha Verna

Autor/in: Brigitte Häring, Moritz Weber, Sacha Verna, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Noëmi Gradwohl