Künste im Gespräch: Nöstlinger, Georgische Supra, Navid Kermani

  • Donnerstag, 13. Oktober 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 13. Oktober 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 13. Oktober 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Christine Nöstlinger, die Erfinderin des Gurkenkönigs, wird achtzig. Die Choreografin Salome Schneebeli zelebriert mit Publikum auf der Bühne eine georgische Supra, ein Tischritual. Und der achtundvierzigjährige Schriftsteller Navid Kermani könnte als erster Muslim deutscher Bundespräsident werden.

Christine Nöstlinger hat die Kinderliteratur geprägt wie kaum eine zweite deutschsprachige Schriftstellerin. Ihr Werk umfasst so skurrile Figuren wie den Gurkenkönig und die feuerrote Friederike. Ihre Hauptfiguren sind nicht adrette und passive Kinder, sondern freche und rebellische Wesen. Ihre Erwachsenen haben Macken und Fehler. Für ihre Arbeit hat Christine Nöstlinger alle wichtigen Preise der Branche erhalten - auch den Hans-Christian Andersen-Preis, eine Art Nobelpreis der Kinderliteratur. Ein Gespräch in Wien zu ihrem 80. Geburtstag.

Mit dem Künstlerkollektiv «Morphologisches Institut» ist die Zürcher Choreografin Salome Schneebeli letztes Jahr nach Georgien gereist, um die georgische Kultur mit Leib und Seele zu erfahren. Dabei sind die Kunstschaffenden auf die georgische Tradition der Supra gestossen. Das Tischritual ist ein wesentlicher Bestandteil des georgischen Lebens und wird bei allen Feiern – sei es zum Geburtstag oder zur Hochzeit – zelebriert. Zurück in der Schweiz hat die Künstlergruppe das traditionelle Regelwerk für die Theaterbühne adaptiert.

Navid Kermani zählt derzeit zu den gefragtesten Autoren Deutschlands. Der 48-jährige Sohn iranischer Einwanderer ist als neuer deutscher Bundespräsident im Gespräch. Er wäre der erste Muslim im Amt. Nun legt er einen Liebessroman vor: Sozusagen Paris. Darüber gibt Kermani im Kontext Auskunft.

Navid Kermani: Sozusagen Paris, Roman, Hanser Verlag.
Das Hörbuch, gesprochen von Christian Brückner, ist bei Parlando erhältlich.

Beiträge

  • Die Erfinderin des Gurkenkönigs wird 80

    Christine Nöstlinger hat die Kinderliteratur geprägt wie kaum eine zweite deutschsprachige Schriftstellerin. Ihr Werk umfasst so skurrile Figuren wie den Gurkenkönig und die feuerrote Friederike. Ihre Hauptfiguren sind nicht adrette und passive Kinder, sondern freche und rebellische Wesen.

    Ihre Erwachsenen haben Macken und Fehler. Für ihre Arbeit hat Christine Nöstlinger alle wichtigen Preise der Branche erhalten - auch den Hans-Christian Andersen-Preis, eine Art Nobelpreis der Kinderliteratur. Ein Gespräch in Wien zu ihrem 80. Geburtstag.

    Noëmi Gradwohl

  • Georgische Supra: ein Tischritual auf der Bühne

    Wenn sich Georgierinnen und Georgier treffen, um ein Glas Wein zusammen zu trinken, dann nie ohne das traditionelle Tischritual, Supra genannt. Nach einem festgelegten Muster heben die Gäste am Tisch das Glas und trinken auf das Land, die Helden, die Freundschaft, die Toten.

    Choreografin Salome Schneebeli zelebriert mit dem Publikum zusammen auf der Bühne eine georgische Supra. Schnaps und georgische Spezialtäten werden serviert, es wird getanzt und gesungen. Lässt sich Kultur auf der Bühne vermitteln? Julia Voegelin hat die Theatergruppe begleitet.

    Julia Voegelin

  • Literarisches Tantra

    Ein Schriftsteller, dessen Biografie etliche Gemeinsamkeiten mit jener des realen Navid Kermani aufweist, trifft eine Jugendliebe, die inzwischen engagierte Bürgermeisterin eines provinziellen Städtchens und ausgebildete Tantra-Lehrerin ist.

    In ihrem Haus unterhalten sie sich über die Schwierigkeiten des Zusammenlebens in der Ehe, aber auch im politischen Alltag, wobei auch die Klassiker im Bücherregal der Büchermeisterin ganz selbstverständlich mit einbezogen werden. Literaturredaktor Julian Schütt hat Navid Kermani getroffen und mit ihm über seinen neuen Roman «Sozusagen Paris» gesprochen.

    Julian Schütt

Autor/in: Noëmi Gradwohl, Julia Voegelin, Julian Schütt, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Michael Sennhauser