Künste im Gespräch: Raving Iran, Abbas Maroufi, Maxims Medea

  • Donnerstag, 20. Oktober 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 20. Oktober 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 20. Oktober 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Der iranische Schriftsteller Abbas Maroufi lebt seit über 20 Jahren in Berlin im Exil. Arash und Anoosh waren DJs in Teherans Underground-Technoszene, bis der Dokumentarfilm «Raving Iran» sie in die Welt hinaus führte. Und das Zürcher Maxim Theater lässt Medea auf drei Kontinenten auflodern.

Eine gewisse Zeit konnte der iranische Schriftsteller Abbas Maroufi in seinem Berliner Exil auch auf Deutsch publizieren, dann liessen ihn Verlagsturbulenzen verstummen, bis Kollege Ilja Trojanow zu helfen wusste. Nun gibt es Maroufis jüngsten Roman auf Deutsch. Hans-Peter Kunisch hat den Autor in Berlin besucht.

Teheran-Techno klingt exotisch – als Wort. Tatsächlich ist das Musik am Puls des jungen Lebens im Iran, und zu den DJs, welche die Untergrund-Szene beleben, gehören auch Arash und Anoosh, bis der Dokumentarfilm einer Schweizerin sie in die Welt hinaus trägt. Der Dokumentarfilm «Raving Iran» begleitet die beiden dabei, wie sie die zahlreichen von der Regierung auferlegten Verbote zu umgehen versuchen und ihre Raves im Untergrund organisieren. Mariel Kreis ist eingetaucht in die Szene, den Film und die Geschichte dahinter.

Die antike Medea, die Mutter, welche in eifersüchtiger Raserei die eigenen Kinder ermordet, ist immer und überall die Fremde, auch wenn jede Bearbeitung des Stoffes ihr ein anderes Gesicht und eine andere Geschichte gab. Nun konzentriert sich das Zürcher Maxim Theater auf den Aspekt der Fremdheit und lässt je eine Medea aus dem Kongo, aus Brasilien und aus der Schweiz zu Wort kommen. Kaa Linder berichtet.

Beiträge

  • Die DJ's Arash und Anoosh mit Ausblick über ihre Heimatstadt Teheran.

    Raving Iran

    Anoosh und Arash sind DJs, die das Partyvolk in Teheran mit Techno versorgen - im Untergrund. Denn elektronische Musik ist im Iran verboten.

    Mit Handykamera ausgestattet folgt die Filmemacherin Susanne Meures ihren Protagonisten beim Versuch, deren CD-Booklet drucken zu lassen, sie mischt sich unter das Publikum der verbotenen Parties und begleitet die beiden zu ihrem ersten legalen Rave in der Schweiz. Mariel Kreis hat mit Susanne Meures über die gefährliche Dreharbeiten und dem DJ Anoosh über die Passion Techno gesprochen.

    Mariel Kreis

  • Porträt des Autors Abbas Maroufi.

    Abbas Maroufi, Fereydun und seine drei Söhne

    Abbas Maroufi, einer der wichtigsten iranischen Schriftsteller der Gegenwart, lebt im Berliner Westen. Jahrelang konnte Maroufi auf Deutsch nichts mehr veröffentlichen. Bis sein Kollege Ilja Trojanow nach dem Grund fragte und zu helfen wusste.

    Jetzt gibt es, in der von Trojanow herausgegebenen Reihe «Weltlese», in der Edition Büchergilde Maroufis neuen Roman. Er wirft einen Blick auf die iranische Revolution und ihre Folgen. Hans-Peter Kunisch hat «Fereydun und seine drei Söhne» Abbas Maroufi im «Hedayat», seiner persischen und orientalischen Buchhandlung in Berlin-Charlottenburg, besucht.

    Hans-Peter Kunisch

  • Fredrick Sandys Interpretation von Medea.

    Die ewig Fremde oder was Medea uns heute zu sagen hat

    Der Medea-Mythos gehört zu jenen Stoffen der Weltliteratur, die immer wieder umgeschrieben werden. Ob Medea als unabhängige oder besessene, als rachsüchtige oder verführerische Frauenfigur interpretiert wird, stets bleibt sie jedoch die Fremde.

    In Zeiten wachsender Fremdenangst, scheint der Stoff aktueller denn je. Das Zürcher Maxim Theater widmet sich anlässlich seines 10-jährigen Bestehens dieser Figur und lässt in seiner eigenwilligen Adaption eine kongolesische, eine brasilianische und eine helvetische Medea zu Wort kommen.

    Kaa Linder

Autor/in: Hans-Peter Kunisch, Mariel Kreis, Kaa Linder, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Michael Sennhauser