Künste im Gespräch: Vom Unterwegs-Sein, Untergehen und vom Ende

  • Donnerstag, 23. Juni 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 23. Juni 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 23. Juni 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Eine Vietnamesin verbrachte ungewisse Stunden auf einem Frachtschiff, ein Illustrator macht aus Roman-Enden Bildern, eine französische Witwe begegnet einem Autisten und eine Schweizer Künstlerin wird neu entdeckt.

Die Vietnamesin Huong Do war eine von 3500 Flüchtlingen, die an Bord des Frachtschiffs Skyluck auf Irrfahrt war. Nun erzählt sie davon in einem Theaterstück.
Der argentinische Künstler Pablo Bernasconi ist fasziniert vom Ende grosser Romane. Er hat die letzten Abschnitte in Bilder gefasst.
Eine Witwe fährt einen Autisten über den Haufen. Was als End beginnt, wird der Anfang von etwas Neuem. Regisseur Éric Besnard hat daraus einen Film gemacht.
Die Schweizer Künstlerin Sonja Sekula feierte in New York Erfolge, zerbrach jedoch am Misserfolg in der Schweiz. Das Kunstmuseum Luzern birgt ihr Werk aus den Fluten des Vergessens.




Beiträge

  • Huong Do Flüchtete mit 11 Jahren auf das Frachtschiff SKYLUCK. Die Fahrt in die Sicherheit wurde zur Odysse.

    SKYLUCK – ein dokumentarisches Theater zu Flucht und Emigration

    Die Vietnamesin Huong Do war elf Jahre alt, als sie 1979 auf einem Schiff flüchtete. Es war das Handelsschiff Skyluck. Vier Tage sollte die Überfahrt dauern. Doch das Schiff mit 3500 Flüchtlingen an Bord wurde nirgends ans Ufer gelassen. Die Fahrt in die Sicherheit wurde zum endlosen Alptraum.

    Heute ist Huong Do Schweizerin und berichtet im Theaterstück «Skyluck» über die dramatische Flucht und den Kampf ums Überleben.

    Kaa Linder

  • «Moby Dick», die «Göttlichen Komödie» oder «Anna Karenina»: Pablo Bernasconi illustrierte das Ende von 59 Werken der Weltliteratur.

    Das Ende von Romanen als Illustrationen

    Der argentinische Künstler Pablo Bernasconi liest bei Büchern jeweils den letzten Abschnitt zuerst. Das brachte ihn auf die Idee, das Ende von 56 Werken der Weltliteratur zu illustrieren.

    Herausgekommen sind zum Teil einfache, zum Teil hochkomplexe Verbildlichungen von Werken wie der «Göttlichen Komödie», «Anna Karenina» oder «Moby Dick».

    Pablo Bernasconi. Ende. Berühmte letzte Sätze der Weltliteratur. Mixtvision Verlag 2016, ISBN 978 395-854-053-8.

    Noëmi Gradwohl

  • In «Le goût des merveilles» kämpfen die Protagonisten um ihre Birnenplantage.

    Le goût des merveilles – Éric Besnard

    Die frisch verwitwete Louise (Virginie Efira) kämpft gegen die Bank ums Überleben ihrer Birnenplantage in der Provence und dann fährt sie auch noch den leicht autistischen Pierre (Benjamin Lavernhe von der Comédie-Française) über den Haufen.

    Aber der entpuppt sich als deus ex machina – mit Computer. Im Gespräch erklärt Regisseur Éric Besnard, wie er versucht hat, das romantische Familiendrama und den französischen Autorenfilm zu kombinieren.

    Michael Sennhauser

  • Die Künstlerin Sonja Sekula war in den 1940er/1950er Jahren in New York erfolgreich. Zurück in der Schweiz, galt sie als zu amerikanisch.

    Vom Untergang der Schweizer Künstlerin Sonja Sekula

    «If you can make it there, youll make it anywhere.» Ein so schöner Song kann gar nicht wahr sein. Und dass Sinatra lügt, zeigt das Schicksal der Schweizer Malerin Sonja Sekula auf eindrückliche Weise.

    Als eine der wenigen Schweizerinnen war sie im New York der 1940er-/ 50er Jahre künstlerisch erfolgreich. Sie stellte als Avantgardistin mit Louise Bourgeois, Barnett Newman, Meret Oppenheim und Jackson Pollock aus. 1953 kehrte sie in die Schweiz zurück. Ihr Werk wurde als zu amerikanisch abgelehnt. Sonja Sekula nahm sich 1963 das Leben. Nun ist ihr Werk im Kunstmuseum Luzern neu zu entdecken.

    Ellinor Landmann

Autor/in: Kaa Linder, Noëmi Gradwohl, Michael Sennhauser, Ellinor Landmann, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Noëmi Gradwohl