Künste im Gespräch – von Mut, von Erinnerung und von der Wahrheit

  • Donnerstag, 12. April 2018, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 12. April 2018, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 12. April 2018, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Ganz im Zeichen der Erinnerung blickt «Künste im Gespräch» zurück auf 30 Jahre Tanzfestival STEPS, lässt das Leben der japanischen Tänzerin Fumi Matsuda Revue passieren und stellt Michael Chabon vor, der in seinem neuen Roman nach dem Wahrheitsgehalt von Erinnerungen fragt.

Wo liegt die Wahrheit über die Vergangenheit? Gibt es sie überhaupt? Wie macht man sie sich erträglich? Diese Fragen stellt der US-amerikanische Autor Michael Chabon in seinem neuen Roman «Moonglow». Erzählt ist er aus der Perspektive eines alten Mannes, der seinem Enkel auf dem Sterbebett die unglaubliche Geschichte seines Lebens berichtet.

Ein Buch voller Lebenserinnerungen ist auch das Bändchen «Ausgewandert, eingetanzt». Darin schaut die 75-jährige japanisch-schweizerische Tänzerin Fumi Matsuda auf ihr Leben und ihre Karriere zurück, auf die Unterschiede zwischen Japan und der Schweiz, die Entwicklung des Tanzes und die Frage, was Glück eigentlich bedeutet.

Ein Stück Tanzgeschichte schreibt auch das Tanzfestivals STEPS, das seit nunmehr 30 Jahren zeitgenössische Tanzproduktionen aus allen Teilen der Welt in die Schweiz bringt. Dieses Jahr hat es sich das Motto «Mut» auf die Fahne geschrieben. Was steckt hinter dem Motto, wo steht das Festival heute und was ist sein Erbe?


Beiträge

  • Michael Chabon

    Michael Chabon über die «Wahrheit» in Familiengeschichten

    In seinem neuen Roman «Moonglow» erzählt der amerikanische Schriftsteller Michael Chabon mit grosser Fabulierlust die Geschichte der Generation seiner Grosseltern. Und er stellt die Frage, wie eine Familie mit Erinnerungen umgeht.

    In «Moonglow» spielt er mit Fiktion, Authentizität und Pseudo-Authentizität. Und wirft damit auch den Leser, die Leserin auf sich selbst und die eigene familiäre Vergangenheit zurück. Ein Gespräch mit dem Autor.

    Buchhinweis:Michael Chabon: «Moonglow» . Aus dem amerikanischen Englisch von Andrea Fischer. Verlag Kiepenheuer und Witsch

    Britta Spichiger

  • Fumi Matsuda in «Tapp Tapp» fotografiert von Bernhard Fuchs

    Fumi Matsudas Schweizer Tanzgeschichte

    Sie sei ein «Glückpilz» gewesen, schreibt Fumi Matsuda in ihrem Erinnerungsbändchen «Ausgewandert, eingetanzt». Als junge Frau aus Japan nach Europa gekommen, um modernen Tanz zu studieren, wurde sie Anfang der 70er Jahre Teil der aufstrebenden freien Zürcher Tanzszene.

    Später unterrichtete sie während mehr als 25 Jahren Schauspielstudierende in Zürich im Fach Bewegung. Mit 75 Jahren schaut sie nun auf ihr Leben und ihre Karriere zurück.

    Buchhinweis:Fumi Matsuda: «Ausgewandert, eingetanzt». Zytglogge Verlag.

    Dagmar Walser

  • Studierende der ZHdK am Tanzfestival STEPS

    30 Jahre Tanzfestival STEPS

    Am 12. April beginnt das Tanzfestival STEPS, das dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feiert. STEPS co-produziert internationale Tanzstücke und lässt sie durch 31 Städte der Schweiz touren.

    Diesmal involviert das Festival auch die Schweizer Hochschulen, indem vier renommierte Choreographen mit Studierenden zusammenarbeiten.

    Thematisch setzt die aktuelle Edition der zunehmenden Verunsicherung in den westlichen Gesellschaften einen starken Begriff entgegen: «Mut».

    Was bringt die Jubiläumsausgabe und wo steht das traditionsreiche Festival?

    Maya Künzler

Autor/in: Maya Künzler, Britta Spichiger, Dagmar Walser, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Theresa Beyer, Noemi Gradwohl