Kunst im Netz: das fröhliche Brechen des Urheberrechts

  • Mittwoch, 26. August 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 26. August 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 26. August 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Internetnutzer, Künstlerinnen und Amateure laden täglich fremde Fotos auf ihre Facebook-Profile, imitieren das neuste Lied von Taylor Swift auf YouTube oder kombinieren Fotos auf Tumblr. Urheber des Materials sind meistens andere. Das Urheberrecht wird täglich gebrochen: Bewusst oder auch unbewusst.

Der Umgang mit Kulturgütern hat sich seit dem Durchbruch des Internets radikal verändert. Im Netz sind alle DJs, Remixerinnen, Künstler oder Produzentinnen. YouTube bietet tonnenweise audiovisuelles Material: eine immense Quelle für neue digitale Kunstwerke.
 
Wird das geltende Urheberrecht dem Copy/Paste-Zeitalter noch gerecht? Soll das Urheberrecht auf Social Media-Plattformen ganz abgeschafft werden? Künstler und Amateure erzählen in Kontext, weshalb ihnen das Urheberrecht egal ist. Wissenschaftler und Kuratoren erzählen, wie der Umgang mit Werken im Netz in Zukunft aussehen könnte.

Beiträge

  • Zwei Porträt-Gemälde «remixed»: «Pastiche» nach Orginalen von Botticelli und Pollaiuolo.

    Wie alles begann

    Künstlerinnen und Künstler haben sich schon immer auf bereits vorhandene Werke bezogen. Eine kurze Einführung in die Remix- und Sampling-Kultur sowie der Entstehung unseres Urheberrechts mit mit dem deutschen Musikwissenschaftler und Blogger Martin G. Butz.

    Philipp Bürkler

  • Remixes werden bei digitaler Musik leichter.

    Einblick in die Praxis

    Der Zürcher Musiker Claudio Zopfi gewährt Einblick in seine Remix-Werkstatt. Giorgio Tebaldi von der Nutzungsgesellschaft Suisa erklärt, warum Zopfi geltendes Urheberrecht verletzt. Und der Medienkunstexperte Raffael Dörig diagnostiziert: das Urheberrecht kriminalisiert die Falschen.

    Und: Jeder bricht heute das Urheberrecht.

    Philipp Bürkler

  • Künstler Beni Bischof kreiert Neues aus alten Bildern.

    Die Welt ist voller Bilder

    Der Künstler Beni Bischof interessiert sich nicht für das Urheberrecht. In seinem Atelier klebt er frei und intuitiv fremde Bilder zu einem neuen Werk. Ständig überlegen, wer der Urheber ist, sei ihm zu anstrengend.

    Für den Kunstwissenschaftler Wolfgang Ullrich sind Bilder Mittel zu Kommunikation. Er fordert deshalb einen neuen Umgang mit Bildern im Netz.

    Philipp Bürkler

  • Erst 70 Jahre nach dem Tod des Künstlers darf man die Werke frei nutzen.

    Public Domain – die legale Variante

    70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers oder Komponisten können die Werke frei genutzt werden. Die Werke werden Public Domain. Künstlerinnen und Künstler die mit freiem Material arbeiten, wollen das Bewusstsein für das kulturelle Erbe fördern.

    Mit historischen Werken schaffen sie spielerisch-kreativ Neues.

    Philipp Bürkler

Autor/in: Philipp Bürkler, Ellinor Landmann, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Cornelia Kazis