La Leçon - Frühfranzösisch auf der Probe

  • Mittwoch, 26. Oktober 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 26. Oktober 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 26. Oktober 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In der Schweiz ist der Sprachenstreit neu entbrannt. Die Frage, ob Kinder in der Primarschule bereits früh Französisch lernen sollen, wühlt die Gemüter auf, erst recht, seit kritische Stimmen aus der Wissenschaft festhalten, dass das frühe Französisch lernen nichts bringt.

In der Deutschschweiz streitet man gegegenwärtig besonders heftig über den frühen Französischunterricht in der Primarschule.

Seit Stimmen aus der Wissenschaft darauf hinweisen, dass es keinen Zusammenhang zwischen einem frühen Französischunterricht und der späteren Sprachkompetenz gibt, ist erst recht Feuer im Dach. In die bildungspolitische Debatte wird weiter eingeworfen, Frühfranzösisch sei unabdingbar für den nationalen Zusammengehalt über den Röstigraben hinweg.

«Kontext» fragt nach den wissenschaftlichen Fakten, macht einen Realitätscheck in der Praxis und stellt das Frühfranzösisch zur Debatte.

Beiträge

  • Im Kanton Appenzell Innerrhoden hat man das Frühfranzösisch abgeschafft. Schwerwiegende Konsequenzen blieben bis jetzt aus.

    Frühfranzösisch - quantité négligeable?

    Der Rückhalt für Frühfranzösisch in der Deutschschweiz bröckelt, vor allem in der Ostschweiz.

    Im Kanton Appenzell Innerrhoden zum Beispiel hat man das Frühfranzösisch in der Primarschule schon längst wieder abgeschafft. Dennoch können die Jugendlichen nach der obligatorischen Schulzeit genauso gut Französisch wie in anderen Kantonen.

    Sascha Zürcher

  • Mehrsprachigkeit im frühen Kindesalter? Der Linguist Raphael Berthele gibt Antwort.

    Frühfranzösisch- et maintenant?

    Die Wissenschaft kommt zu unterschiedlichen Schlüssen, wenn es um den Erwerb einer ersten Fremdsprache geht.

    Warum das so ist erläutert Raphael Berthele. Er ist Linguist und leitet an der Universität Fribourg das Institut für Mehrsprachigkeit. Aber eines scheint klar: Je früher ist nicht a priori besser. Schon gar nicht mit zwei Lektionen die Woche.

    Cornelia Kazis

  • Umfrage – was sagen Jugendliche zum Französisch?

    Wir haben uns bei Schülerinnen und Schülern umgehört und ihre Stimmen eingefangen: Wie erleben die Jugendlichen den Französischunterricht? Wie schätzen sie ihre sprachlichen Fähigkeiten ein? Was würden sie didaktisch anders machen?

    Viele sagen, Französisch sei eine schöne Sprache, obwohl sie den einigen grosse Mühe bereitet – auch nach Jahren des Unterrichts.Die Umfrage fand vor zwei verschiedenen Gymnasien der Stadt Basel statt.

    Julia Voegelin

  • Frühfranzösisch: Was so viel Geld gekostet hat muss laufen! Coûte que coûte!

    Frühfranzösisch: La leçon?

    Was kann man aus dem Sprachdebakel mit dem Französischunterricht an den Deutschschweizer Volksschulen lernen? Was ist die Lektion?

    Der Experte Raphael Berthele nimmt kein Blatt vor den Mund und findet eine eingängige Formel: Erst probieren, dann studieren und erst dann finanzieren. Es ist anders gelaufen. Man hat schnell Frühfranzösisch eingeführt. Das kostete sehr viel Geld.

    Nun beforscht man den Erfolg. Der ist bescheiden. Aber ein Zurück gibt es kaum. Wir stecken in der Concordefalle. Was so viel Geld gekostet hat muss laufen! Coûte que coûte!

    Cornelia Kazis

  • Frühfranzösisch aus politischer Correctness?

    Die Bildungspolitik halte am Frühfranzösisch fest, obwohl die Nützlichkeit wissenschaftlich nicht belegt sei, sagen kritische Stimmen aus der Forschung zur Mehrsprachigkeit.

    Bei der Durchsetzung des Frühfranzösisch in den Deutschschweizer Primarschulen gehe es weniger um einen pädagogischen als um einen politischen Entscheid. Stimmt das?

    Diese Frage diskutieren die Neuenburger Erziehungsdirektorin und Präsidentin der Westschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz Monika Maire-Hefti und Politiologe Marc Bühlmann.

    Sabine Bitter

Autor/in: Sabine Bitter, Cornelia Kazis, Julia Voegelin, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Mariel Kreis