Leontyne Price zum 90. Geburtstag

  • Mittwoch, 8. Februar 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 8. Februar 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 8. Februar 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die erste «schwarze Operndiva» Amerikas feiert am 10. Februar ihren 90. Geburtstag. Sind die Rassenschranken, die sie als eine der ersten Afroamerikanerinnen überwand, für jüngere Musiker noch wirksam? Wir befragen einen Nachwuchs-Bariton aus den USA und die Autorin Candace Allen.

Die Stimme von Leontyne Price, ihre Bühnenpräsenz und künstlerische Perfektion machten sie zum Publikumsliebling an den Opernhäusern Europas und der USA. Dirigenten wie Herbert von Karajan und Leonard Bernstein förderten ihre Karriere, Komponisten wie Samuel Barber schrieben Lieder und Opernrollen für sie. 1958 sang sie ihre erste «Aida» an der Wiener Staatsoper, 1961 triumphierte sie an der New Yorker «Met», wo sie bis 1985 auftrat.

Leontine Price spricht von sich als «Amerikanerin», nicht als «Schwarze» oder «Afroamerikanerin».
Doch ihre Karriere war gezeichnet vom Kampf um Anerkennung als Künstlerin mit dunkler Hautfarbe. Inwiefern Vorurteile und soziale Schranken auch heute noch junge Afroamerikaner auf dem Weg zur Opernbühne bremsen oder fernhalten, wollen wir von einem Nachwuchs-Sänger in Erfahrung bringen.

Candace Allen bezeichnet sich als Veteranin von Rassenunruhen und Kulturkampf. In ihrem Buch «Soul Music» beschreibt die Filmerin und Autorin ihren Weg zur klassischen Musik. Ein Weg, der ihr als Kind aus aufstrebender afroamerikanischer Mittelstandsfamilie in den USA und als Harvard-Studentin nicht vorgezeichnet war. Heute engagiert sie sich in England und international für Diversität in der Klassischen Musik. Wo sieht sie die Haupt-Hindernisse, wenn ein junger Musiker oder eine Musikerin nichtweisser Hautfarbe eine Solo-Karriere anstrebt?

Beiträge

  • Leontyne Price: Trotz Rassentrennung zum Opernstar

    Dutzende von Plattenaufnahmen und Operneinspielungen zeugen davon: Die Stimme von Leontyne Price besass eine eigene Magie und unverwechselbare Färbung.

    Ein Gespräch über die Pionierin, die unzählige Male in ihrer Karriere mit Rassenvorurteilen zu kämpfen hatte und sich nie davon beirren liess, mit Ausschnitten aus den berühmtesten Arien und Interviews.

    Andreas Müller-Crepon

  • Ryan Speedo Green: Aus dem Wohnwagen in Virginia an die Met

    Der 31jährige Bassbariton wird als grosse Nachwuchshoffnung bezeichnet. Dabei wuchs er in einem Trailerpark im Wohnwagen auf und sah eine Karriere als Kleinkrimineller vor sich, bevor seine Stimme und die Musik ihn bis an die Metropolitan Opera und die Wiener Staatsoper brachten.

    Sein Biograf Daniel Bergner hat die Stationen des jungen Künstlers zum Teil begleitet und nachgezeichnet.

    Sacha Verna

  • Candace Allen: Wege und Umwege zur europäisch geprägten Klassik

    Der Weg zur klassischen Musik war ihr nicht vorgezeichnet. Sie war anders, auch wenn sie als Tochter einer aufstrebenden schwarzen Familie in Harvard studierte.

    Heute engagiert sich die Autorin und Filmerin in England und international für Diversität in der Klassischen Musik, u.a. im Stiftungsrat des neu gegründeten Chineke Orchestra. Wo sieht sie die Haupt-Hindernisse, wenn ein junger Musiker oder eine Musikerin nichtweisser Hautfarbe eine Solo-Karriere anstrebt?

    Andreas Müller-Crepon

Autor/in: Andreas Müller-Crepon, Sacha Verna, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Michael Sennhauser