Literatur im Gespräch

  • Freitag, 25. November 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 25. November 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 25. November 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Wie kann man ein anständiges Leben führen, wenn man in Armut und Elend lebt, keine Perspektive hat und der Magen vor Hunger schmerzt? 

Wie wächst ein Kind heran, das gedemütigt und erniedrigt wird und sich nicht frei entfalten und seinen Fähigkeiten gemäss leben darf?

Und wie beendet man ein Leben in Würde, wenn man alt und schwach ist. Das sind existenzielle und drängende Fragen.

Und um diese Fragen kreisen die drei Bücher, die Esther Schneider in der Sendung Literatur im Gespräch mit dem Literatur- und Musikjournalisten Thomas Bodmer und Julian Schütt von der SRF Literaturredaktion diskutiert.

Beiträge

  • Porträt des Autors Aravind Adiga

    Aravind Adiga; Golden Boy

    Indiens Mittelschicht ist verrückt nach Kricket. Für Menschen aus der Unterschicht ist Kricket ein Weg, um aus Armut und Elend auszubrechen. Doch dieser Weg ist hart und gnadenlos.

    Aravind Adiga erzählt die Geschichte eines Vaters, der seine Söhne für eine Karriere und die Aussicht auf ein besseres Leben einem harten Drill unterzieht. Wie in allen seinen Büchern hält der Autor auch in Golden Boy der indischen Gesellschaft einen Spiegel vor.

    Esther Schneider

  • Donald Ray Pollocks neuster Roman spielt im ruralen Ohio im Jahre 1917.

    Donald Ray Pollock; Die himmlische Tafel

    Der Roman spielt zurzeit des Ersten Weltkrieges, in Ohio im Jahre 1917. Drei Brüder überfallen aus purer Not eine Bank und ziehen dann raubend und mordend durchs Land. Man erhält Einblick in die Lebensbedingungen der ländlichen Bevölkerung jener Zeit in einer Welt voller Gewalt und Elend.

    Es wimmelt von Mördern, Säufern, Huren. Jeder haut jeden übers Ohr – das Böse und auch das Schwache in den Menschen triumphiert.

    «Die himmlische Tafel» von Donald Ray Pollock ist eine zugleich brutale wie komische Ballade über ein Amerika der aussichtslosen Träume.

    Esther Schneider

  • Autor Frédéric Zwicker kennt Pflegeheime gut.

    Frédéric Zwicker; Hier können Sie im Kreis gehen

    Ein 92jähriger ist des Lebens müde und will seinen Angehörigen nicht zur Last fallen. Deshalb gibt er sich als dement aus und lässt sich in ein Pflegeheim einliefern. Dort muss er aber aufpassen, dass er nicht auffliegt.

    Und er beobachtet: Sieht, wie verloren alte Menschen sein können, wie schwierig es ist, wenn sie die Körperfunktionen nicht mehr beherrschen. Sieht aber auch, dass es im Pflegeheim noch Liebe und Sex gibt.

    Es ist ein origineller Ansatz, den der Autor wählt, um den Alltag in einem Pflegeheim zu beschreiben. Er tut es liebevoll und mit viel Humor.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Mariel Kreis