Literatur im Gespräch: Das Paradies der Verlierer

  • Donnerstag, 1. Juni 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 1. Juni 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 1. Juni 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Politische Umstürze sind Rahel Kushners Spezialität. Nach ihrem Erfolgsroman «Flammenwerfer», der die Kritiker begeistert hatte, erscheint nun ihr Erstling auf Deutsch «Telex aus Kuba». Darin geht es um die letzten Monate vor der Revolution auf der Zuckerrohrinsel. Mit witzig-ironischem Blick schildert die Autorin, wie sich zweitklassige Manager und zwielichtige Gestalten aus den USA auf den Plantagen als Herren aufspielen. Es ist das Portrait einer dekadenten Gesellschaft, kurz vor der Vertreibung aus dem Paradies.

Weiter diskutieren Franziska Hirsbrunner, Esther Schneider und Julian Schütt den Roman «Transit» von Rachel Cusk und den Erzählband «Ein Haus in Spanien» des Nobelpreisträgers J.M. Coetzee.

Beiträge

  • Fidel Castro (rechts) und Che Guevara (links) sind beides Akteure in Rachel Kushners Roman.

    Telex aus Kuba von Rachel Kushner

    Kuba am Vorabend der Revolution. Fidel Castro versteckt sich mit den Rebellen in den Hügeln und bereitet den Aufstand vor. Derweil feiern die Amerikaner ausschweifende Partys in ihren luxuriösen Privat-Clubs.

    Rachel Kushner schildert aus der Perspektive von zwei Jugendlichen, was in Kuba Ende der 50er Jahre abgeht. Ihr Augenmerk richtet sie dabei auf die soziale Ungerechtigkeit und den Rassismus. Sie zeigt, wie schamlos sich die Amerikaner bereichern und wie sie mit korrupten Machthabern unter einer Decke stecken.

    Ein luzides Portrait einer verkommenen Gesellschaft.

    Esther Schneider

  • J.M. Coetzee wurde in Kapstadt geboren und ist seit 2007 australischer Staatsbürger.

    Ein Haus in Spanien von J.M. Coetzee

    Kann man sich in ein Haus verlieben? Eigentlich nicht, findet M.J. Coetzee und wundert sich darüber, wie wir mit Sprache umgehen. Es sind drei meditativ anmutenden Erzählungen, die der Nobelpreisträger aus Südafrika in seinem neusten Buch präsentiert.

    Neben Betrachtungen über Liebe und Eigentum geht es um eine Wiederbegegnung mit seiner Heimat Südafrika, in der er seine Kindheit verbracht hat. Am Schluss erzählt der Autor eine rätselhafte Geschichte über den Schriftsteller als Schiffbrüchigen und seine Inselgeschichte.

    Esther Schneider

  • Rachel Cusk ist selbst Schriftstellerin und geschieden – Hat ihr Roman «Transit» autobiografische Züge?

    Transit von Rachel Cusk

    Transit erzählt von Wünschen, Sehnsüchten und Nöten der Menschen. Eine Frau – sie ist Schriftstellerin - kommt nach der Trennung von ihrem Mann nach London zurück, kauft ein baufälliges Haus und renoviert es.

    Während sie sich an den neuen Ort zu gewöhnen versucht und sich mit bösartigen Nachbarn und anderen Widerwärtigkeiten herumschlagen muss, begleiten wir sie auf Lesungen, Coiffeur-Besuchen oder Treffen mit Freundinnen. Dabei hören wir zu, was ihr Menschen, denen sie begegnet erzählen. Und über diese Geschichten gibt sie selber viel von sich preis.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Franziska Hirsbrunner und Julian Schütt, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Ellinor Landmann