Literatur im Gespräch – Lust an der Provokation

  • Donnerstag, 26. November 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 26. November 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Donnerstag, 26. November 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Drei Romane von Autoren, die gerne Tabu-Themen aufgreifen.

Der englische Autor Will Self schickt eine krebskranke Frau nach Zürich zum Sterben. Der Roman ist eine Satire über Sterbehilfe und die Schweiz, gespickt mit britischem Humor.

Ryu Murakami gilt als «Bad Boy» der japanischen Literatur. Er erzählt von zwei Knaben, die von ihren Müttern kurz nach der Geburt in Schliessfächern am Bahnhof Tokio entsorgt werden. Eine surreale und verstörende Geschichte ohne Happy End.

Nach ihrem Roman über Teenagersex erzählt Marie Darrieussecq nun eine Liebesgeschichte zwischen einer weissen Frau und einem schwarzen Mann. Eine unmögliche Liebe zwischen den Kulturen.

Esther Schneider diskutiert über die drei neu auf Deutsch erschienenen Bücher mit Julian Schütt und Andrea Fiedler.

Beiträge

  • Eine totkranke Frau lernt Schweizer Eigenheiten kennen.

    Leberknödel von Will Self

    Sterbehilfe in der Schweiz. Eine krebskranke Engländerin will in Würde sterben und reist dafür nach Zürich. Im letzten Moment verweigert sie den Giftbecher und stürzt sich erneut ins Leben - und ein Wunder, der Krebs ist weg.

    Mit viel britischem Humor beschreibt Will Self schweizerische Eigenheiten und die Stadt Zürich, inklusive Sechseläuten. Dabei geht er auch den Spuren von James Joyce nach. Eine höchst unterhaltsame Geschichte über Wunder, den Glauben und den Sinn des Lebens.

    Esther Schneider

  • Kaum vorstellbar: Eine Mutter entsorgt ihre Kinder in Schliessfächern.

    Coin Locker Babies von Ryu Murakami

    Hart, brutal und verstörend ist Ryu Murakamis Geschichte von zwei Knaben, die von ihren Müttern in Schliessfächern entsorgt werden.

    Mit viel Glück werden sie gefunden, sind aber fürs Leben gezeichnet. Die Todesangst und der Überlebenskampf im Schliessfach haben sich in der Psyche festgesetzt. Beide kommen im Leben nicht zurecht und steuern auf eine Katastrophe zu.

    Der japanische Kult-Autor lässt die Geschichte in einem menschenfeindlichen und surrealen Setting in Japan Ende des 20. Jahrhunderts spielen.

    Esther Schneider

  • Eine ungleiche Beziehung, nicht nur Äusserlich.

    Man muss die Männer sehr lieben von Marie Darrieussecq

    Es ist Liebe auf den ersten Blick. Eine weisse französische Schauspielerin trifft an einer Party in Los Angeles einen schwarzen Regisseur. Er träumt davon einen Film im afrikanischen Kongo zu drehen. Sie ist verliebt, will ihn; er benutzt sie.

    Eine «amour fou», die in Hollywood beginnt und im afrikanischen Urwald endet. Eine verrückte Liebe zwischen den Kulturen, erzählt von einer Autorin, die gerne Tabus bricht.

    Esther Schneider

Autor/in: Esther Schneider, Andrea Fiedler, Julian Schütt, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Brigitte Häring