Ljudmila Ulitzkaja: Das unbequeme Gewissen Russlands

  • Dienstag, 12. Dezember 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 12. Dezember 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 12. Dezember 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die 74-jährige Moskauer Autorin Ljudmila Ulitzkaja zählt zu den grossen literarischen Stimmen Russlands. Dies beweist sie – einmal mehr - in ihrem neuen Roman «Jakobsleiter». Ulitzkaja ist zudem eine offene Kritikerin des Putin-Regimes. Sie muss deshalb mit einem gewissen Risiko leben.

Kontext taucht in den literarischen Reichtum von Ljudmila Ulitzkajas neustem Buch «Jakobsleiter» ein und fragt nach der Wirkung, welche die Autorin in ihrer Heimat Russland hat. Als hellsichtige Zeitdiagnostikerin befindet sie sich in einer stets gefährdeten Position – und ist damit in Vielem typisch für die kritische Intelligenzija im Russland unter Putin.

Beiträge

  • Soviet-Soldaten, die im Krieg gefallen sind

    Ljudmila Ulitzkajas neuer Roman «Jakobsleiter»

    In einem Koffer findet Ljudmila Ulitzkaja die Briefe ihres Grossvaters Jakow an seine Frau Maria. Die Briefe erzählen von Liebe, Krieg, Verbannung und Lager. Und sie erzählen vom Verrat, denn während Jabow im Lager sitzt, lässt sich Maria von ihm scheiden.

    Ljudmila Ulitzkaja erzählt die Geschichte ihrer Familie über sechs Generationen und gleichzeitig die der Sowjetunion. Ein Gespräch mit der russischen Schriftstellerin über ihren Roman und den Stellenwert der Kultur in ihrem gebeutelten Land.

    Buchhinweis: Ljudmila Ulitzkaja: Die Jakobsleiter. Hanser 2017.

    Michael Luisier

  • Ljudmila Ulizkaja spricht auf einem Anti-Kriegs-Kongress in Russland

    Zwischen Verehrung und Bedrängung

    Im russischen Literaturbetrieb gehört Ljudmilla Ulizkaja zu den ganz Grossen: Ihre Bücher sind Beststeller, öffentliche Veranstaltungen von ihr sind oft bis auf den letzten Platz besetzt. Aber wegen ihrer kremlkritischen Haltung wird Ulizkaja auch immer wieder angefeindet.

    David Nauer

  • Jewgeni Jewtuschenko

    Die Intellektuellen und die Macht

    «In Russland ist ein Dichter mehr als ein Dichter», sagte einst der Sowjetdichter Jewgeni Jewtuschenko - und traf damit einen wahren Kern. Autorinnen und Autoren mischen sich in Russland seit jeher in das politische Zeitgeschehen ein.

    Der Kreml lasse kritische Stimmen heute bis zu einem gewissen Grad bewusst zu und verpasse sich dadurch ein liberales Mäntelchen, sagt Ulrich Schmid, Professor für Kultur und Gesellschaft Russlands an der Universität St. Gallen.

    Handfeste Gefahr drohe kritischen Autorinnen und Autoren eher von rechtsradikalen Kreisen, die nicht direkt vom Kreml gesteuert werden.

    Felix Münger

Autor/in: Felix Münger, Michael Luisier, David Nauer, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Michael Sennhauser