Polens Kulturgeschichte und die aktuelle Politik

  • Freitag, 21. Oktober 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 21. Oktober 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 21. Oktober 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Polen hat eine komplexe Geschichte und eine nationalkonservative Regierung, welche diese eigennützig interpretiert. Kontext blickt zurück am Beispiel der aktuellen Kulturhauptstadt Europas Wroclaw und in Polens Gegenwart mit dem SRF-Korrespondenten.

Viel wurde bereits geschrieben über die nationalkonservative Regierung Polens. Und häufig geht es dann um die Einflussnahme der Regierung auf Justiz, Kultur und Medien. Seit die Partei «Recht und Gerechtigkeit» in Polen mit absoluter Mehrheit regiert, wurden Theaterdirektoren geschasst oder der öffentliche Rundfunk umgebaut. Gemeinsamkeit: unliebsame Stimmen werden entlassen. Polnischer Patriotismus ist gefragt.

Und gleichzeitig feiert derzeit die EU das Kulturhauptstadtsjahr im polnischen Wroclaw (Breslau). Eine internationalere europäischere Veranstaltung ist kaum denkbar. Wie geht das zusammen?
Kontext wirft einen Blick auf die reiche Geschichte von Wroclaw und redet mit SRF Osteuropa-Korrespondenten Urs Bruderer.

Beiträge

  • Das heutige Wroclaw schmückt sich mit einem Fussballstadion, das anlässlich der Euro 2012 gebaut wurde.

    Breslaus wechselvolle Geschichte

    Die deutsch-polnische Vergangenheit konzentriert sich in besonderer Weise in der Geschichte Breslaus. Die aktuelle Kulturhauptstadt Europas hat wie wenige andere Städte einen Wechsel politischer Herrschaften und kultureller Einflüsse erlebt.

    Am Ende des Zweiten Weltkriegs nahezu vollkommen zerstört, wurde das seit dem späten Mittelalter deutschsprachige Breslau als polnisches Wroclaw wieder aufgebaut. Und nach der politischen Wende von 1989 erhob sich die Stadt aus dem Grau des sozialistischen Alltags zu neuer, beeindruckender Blüte. Was war einst Breslau und was ist heute Wroclaw?

    Rebecca Hillauer

  • Kürzlich verstorben: Der polnische Regisseur Andrzej Wajdahat hat zeitlebens die politische und kulturelle Geschichte seines Landes verfolgt.

    Patriotismus als Programm

    Seit einem Jahr regiert die Partei «Recht und Gerechtigkeit» in Polen mit absoluter Mehrheit. Die «PiS» nahm sogleich eine umstrittene Justizreform in Angriff, baute den öffentlichen Rundfunk um, entliess Theaterdirektoren, verhinderte Museumseröffnungen und kritische historische Forschung.

    Ihre Kulturpolitik hat einen klaren Nenner: es geht um eine angemessen patriotische Darstellung Polens.

    Wo steht diese Kulturpolitik derzeit und warum ist insbesondere die deutsch-polnische Geschichte darin so zentral? Antworten vom SRF Osteuropa Korrespondenten Urs Bruderer im Gespräch mit Ellinor Landmann

    Urs Bruderer

Autor/in: Ellinor Landmann, Urs Bruderer, Rebecca Hillauer, Moderation: Brigitte Häring, Redaktion: Michael Sennhauser