Polnische Pflege für Papa: «Sie isch do, wenn ich sie bruuch.»

  • Mittwoch, 16. September 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 16. September 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 16. September 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Arbeitsverhältnisse der Care-Arbeiterinnen sind oft prekär. Dass hier Handlungsbedarf besteht, wird mittlerweile nicht nur von den Gewerkschaften, sondern auch von den Behörden anerkannt.

Zehntausende von osteuropäischen Frauen, etwa aus Polen, betreuen alte Menschen in privaten Haushalten in der Schweiz. Viele Familien sind dringend auf diese Hilfe angewiesen. Die Frauen arbeiten ein paar Monate hier und kehren wieder für ein paar Monate in ihre Heimat zurück. Oft teilen sich auch zwei Pflegerinnen in eine Stelle. So pendeln sie zwischen Polen und der Schweiz hin und her und führen ein Leben in zwei Welten.



Beiträge

  • Pedelmigration ist Alltag.

    «Die Pflege ersetzt die Liebe der Familie nicht»

    Barbara Metelska aus der polnischen Stadt Wroclav führt das Leben einer Pendelmigrantin: Sie arbeitet seit gut acht Jahren in Deutschland und in der Schweiz, allerdings nicht in ihrem Beruf als Lehrerin und Psychologin, sondern als Betreuuerin von alten Menschen.

    In «Kontext» schildert die Polin ihren Alltag in fremden Haushalten.

    Sabine Bitter

  • Jung und alt unter einem Dach.

    Alltag eines ungleichen Paars

    Wer betagt ist, aber geistig noch gut beieinander, für den ist das Altersheim oft keine Option. Selbständigkeit ist ein Gut, das niemand gerne aufgibt. Die Belastungen des Alltags können durch eine Care-Arbeiterin aufgefangen werden.

    In einer Zürcher Gemeinde besuchen wir einen 96-jährigen Mann, der mit einer polnischen Betreuerin zusammenlebt.

    Kaa Linder

  • 24-Stunden-Betreuung: Geht das ausserhalb eines Altenheims?

    Betreuung im 24-Stunden-Service

    Die Soziologin Sarah Schilliger befasst sich seit Jahren mit Care-Arbeit. Dabei stellt sie fest, dass sich die Situation für die Frauen, die aus osteuropäischen Ländern kommen, in den letzten Jahren etwas verbessert hat, etwa weil sie vermehrt selbst ihre Rechte durchsetzen konnten.

    Trotzdem seien die Arbeitsverhältnisse nach wie vor oft prekär, indem viele Betreuerinnen rund um die Uhr zur Verfügung stehen müssten.

    Sabine Bitter

  • Pendelmigration: mehr Vor- als Nachteile.

    «Die Debatte muss anders geführt werden»

    Die polnische Migrationsforscherin Izabela Grabowska von der Universität Warschau sieht in der Pendelmigration von osteuropäischen Frauen mehr Vor- als Nachteile.

    Für Frauen mit Kindern sei es zwar belastend, monatelang im Ausland einer Erwerbsarbeit nachzugehen. Anderseits hätten die Frauen oft nur so die Möglichkeit, überhaupt ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften. Ausserdem würden sie im Ausland neue Erfahrungen machen und sich zusätzliche Kompetenzen aneignen.

    Sabine Bitter

Autor/in: Sabine Bitter und Kaa Linder, Moderation: Eric Facon, Redaktion: Noëmi Gradwohl