Reprise: «Ethik und Ästhetik der Börse»

  • Montag, 27. Juli 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Montag, 27. Juli 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Montag, 27. Juli 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Bankencrashs, Skandale und Betrugsfälle schädigen den Ruf der Börse. Welche ethischen Fragen stellen sich im Börsenbetrieb?

Die Bilder von der Börse, die man im Kopf hat, sind historisch: Der Ringhandel, das «Parkett», wo wildgewordene Makler einander austricksen und lautstark Aufträge ausrufen, ist längst Vergangenheit.

Gesellschaftsredaktor Raphael Zehnder hat sich ein Bild davon gemacht, wie die Börse heute aussieht: im Handelsraum von Raiffeisen in Zürich. Er hat den Frankfurter Autor und Philosophen Sven Grzebeta befragt, der seine Dissertation über «Ethik und Ästhetik der Börse» geschrieben hat.

Und zu Wort kommt auch der Finanzwissenschaftler Marc Chesney (Universität Zürich), der den Zynismus und die Verantwortungslosigkeit mancher Akteure an der Börse pointiert kritisiert.

Beiträge

  • Wer ist für das korrekte Handeln an der Böse verantwortlich?

    Ein Philosoph an der Börse

    Sven Grzebeta, der in Frankfurt im Finanzsektor arbeitet, hat sich in seinem Buch «Ethik und Ästhetik der Börse» Gedanken über die Börse gemacht.

    Welche Schranken braucht sie? Wer ist für ethisch korrektes Handeln verantwortlich? Inwiefern betrifft die Börse jede Bürgerin, jeden Bürger? Ein Gespräch.

    Raphael Zehnder

  • Anzeigetafel in der Madrider Börse: Der Altar der Ökonomie.

    Die Börse ist eine IT-Veranstaltung

    Der laute Parketthandel ist seit den 90er Jahren Vergangenheit. Heute wickeln die Banken ihre Börsengeschäfte aus ihrem eigenen Handelsraum ab. Sechs bis acht Bildschirme stehen vor jedem Mitarbeiter, Informationen poppen auf, das Telefon klingelt, und unablässig treffen E-Mails ein.

    Eine Reportage aus dem Handelsraum der Raiffeisenbank in Zürich.

    Raphael Zehnder

  • Die Börse, ein Casino?

    Von Zynismus und Verantwortungslosigkeit

    Marc Chesney, Professor für «Quantitative Finance» am Institut für Banking und Finance an der Universität Zürich, betrachtet die Börse äusserst kritisch.

    Sie erfülle ihre Aufgabe nicht, den Kapitalfluss von Investoren zur Realwirtschaft zu gewährleisten. Die Börse sei ein Casino, der Hochgeschwindigkeitshandel müsse verboten werden. Ein Gespräch.

    Raphael Zehnder

Autor/in: Raphael Zehnder, Moderation: Ellinor Landmann, Redaktion: Cornelia Kazis