Retter im Sturm

  • Mittwoch, 6. September 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Mittwoch, 6. September 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Mittwoch, 6. September 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Private Organisationen retteten Tausende Flüchtlinge im Mittelmeer vor dem Ertrinken. Jetzt fordern europäische Politiker ihren Rückzug und schauen zu, wie Libyen die Rettungsboote mit Waffengewalt vertreibt. Für das Schicksal der Flüchtenden bedeutet diese Entwicklung weiteres Unheil.

Die privaten Seenotretter haben in den vergangenen zwei Jahren Tausende von Flüchtenden zwischen Libyen und Italien vor dem Ertrinken gerettet. Doch damit soll jetzt Schluss sein: Libyen hat eine Fahrverbotszone für die Rettungsschiffe ausgerufen, welche die Küstenwache mit Waffengewalt verteidigt und dabei die schweigende Billigung der europäischen Union geniesst.

Immer mehr Rettungsorganisationen stellen ihre Einsätze ein. Die Gewässer vor der libyschen Küste werden zunehmend wieder zu einem blinden Fleck. Während weiterhin Tausende auf ihre Weiterreise übers Meer in Richtung Norden warten. Und die Europäische Union mit Libyen nach neuen Lösungen sucht.

Beiträge

  • Zivile Seenotrettung von Bootsflüchtlingen vor der lybischen Küste: Die «Sea-Eye» der gleichnamigen deutschen NGO

    Retter im Sturm

    Sie sind gekommen um zu Retten. Doch die freiwilligen Helfer an Bord der Sea-Eye müssen tatenlos im Hafen von Malta verharren, während sie nicht wissen, ob draussen auf dem Meer gerade Menschen ertrinken. Für die Retter eine Situation, die sie an Europa zweifeln lässt.

    Simon Jäggi

  • Übers Meer geflüchtet

    Übers Meer geflüchtet

    Er ist übers Meer geflüchtet und wurde gerettet. Die Erzählung eines Eritreers von seiner Flucht ist mehr als nur die Erzählung von viel Entbehrung.

    Katharina Bochsler

  • Rettungsaktion der Hilfsorganisation Sea-Watch vor der lybischen Küste

    Libyen und Europa: Eine gefährliche Partnerschaft

    Um den Strom von Flüchtenden auf dem Mittelmeer zu stoppen, kooperiert Europa immer stärker mit libyschen Machthabern. Und toleriert damit schweigend, dass der zerfallene Staat mit Gewalt gegen die Rettungsorganisationen vorgeht und Flüchtende in Lagern unter untragbaren Bedingungen einsperrt.

    Macht sich Europa damit zum Mittäter und wie lassen sich die jüngsten Entwicklungen mit dem Völkerrecht vereinbaren? Dazu das Gespräch mit Constantin Hruschka. Er leitet die Abteilung ‚Protection‘ bei der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, unterrichtet Europäisches Recht und Europäisches Asylrecht an mehreren Universitäten und ist Mitglied der Eidgenössischen Migrationskommission EKM.

    Christoph Keller

Autor/in: Christoph Keller, Simon Jäggi, Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Raphael Zehnder