Ritalin für Erwachsene – Fluch oder Segen?

  • Donnerstag, 17. Dezember 2009, 9:06 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Donnerstag, 17. Dezember 2009, 9:06 Uhr, DRS 2
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Die Anforderungen in Ausbildung und Beruf sind hoch. Immer häufiger greifen deshalb auch Erwachsene zu Ritalin und ähnlichen Stimulanzien - eine Tendenz, die in den Medien oft dämonisiert wird. Nicht immer zurecht, wie Fachleute meinen.

Viele Menschen - auch Erwachsene - leiden an einer ADHS-Störung und haben deshalb Probleme am Arbeitsplatz und im Privatleben. Die Psychiaterin Dominique Eich behandelt viele solcher Menschen an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Zürich und teilt die öffentliche Kritik an Ritalin nicht.

Auch Hans Kurt, Präsident der Schweizerischen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, gibt in diesem Zusammenhang zu bedenken, dass soziale Missstände nicht über die Dämonisierung des Ritalin zu beheben sind - man müsse sich zum Beispiel mehr über den gesellschaftlichen Leistungsdruck Gedanken machen.

Als starker Gegener von Ritalin und Hirndoping outet sich hingegen Wissenschaftsjournalist Jörg Blech. Er sieht vor allem die Pharmaindustrie als Profiteur dieser Entwicklung. Für diese sei es gut, wenn die normalen Auf- und Abs des Lebens plötzlich in etwas Pathologisches umgedeutet werden. Denn der ideale Markt für pharmazeutische Industrie sei der «besorgte Gesunde», der lange lebt und trotzdem viele Medikamente benötige.

Autor/in: Angelika Schett