Schauplatz Dresden: Wie Pegida die Gesellschaft verändert

Seit Herbst 2014 demonstrieren in Dresden «Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes» jeden Montag gegen die Einwanderungs- und Asylpolitik in Deutschland. Was steckt hinter dieser rechtspopulistischen Bewegung, die auch in anderen Städten und Ländern Fuss gefasst hat?

Es gibt Dresdner und Dresdnerinnen, die sagen, dass sie am Montagabend der Innenstadt fern bleiben. Für andere sind die wöchentlichen «Abendspaziergänge» der Pegida ein verbindlicher Termin in der Wochenagenda.

Ein Riss geht durch die stolze Barockstadt, Pegida teilt die Bevölkerung. Wer aber geht da jede Woche gegen was auf die Strasse? Wie reagieren diejenigen, für die Pegida eine gesellschaftliche Bedrohung darstellt?

Das Staatsschauspiel Dresden etwa öffnet jede Woche ein Montagscafé als Ort der Vernetzung für Geflüchtete und Einheimische. Welche Kultur braucht eine Gesellschaft in Zeiten von Pegida?

Beiträge

  • In Dresden besonders stark. die Pegida.

    Montagabend in Dresden. Wer ist das Volk?

    «Wir sind das Volk!», «Merkel muss weg!, «Lügenpresse!» wird bei den Montagsdemonstrationen von Tausenden Pegidisten skandiert.

    Wer demonstriert hier unter dem Banner von Pegida? Weshalb ist diese Bewegung ausgerechnet in Dresden so stark?

    Impressionen von den sogenannten Montagsdemonstrationen und ein Gespräch mit Frank Richter, dem Leiter der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung, der das Gespräch mit den Pegida-Anhängern immer gesucht hat, ohne ihre Meinung zu teilen.

    Peter Voegeli

  • Wer sind die Anhänger der Pediga?

    Hooligans, Neonazis oder kritische Bürger?

    Das Göttinger Institut für Demokratieforschung veröffentlichte vor kurzem die erste wissenschaftliche Studie über Pegida. Danach sind die typischen Vertreter der Bewegung männlich, mittleren Alters und kirchlich ungebunden. Meist haben sie Familie und arbeiten Vollzeit.

    Sie kritisieren die politische Elite und die öffentlich-rechtlichen Medien und diffamieren Flüchtlinge. Der Politologe Lars Geiges stellt die Erkenntnisse der Feldforschung vor, die Fakten liefert und dabei einige Vorurteile widerlegt.

    Sabine Bitter

  • Will Ort der Reflexion sein: das Staatschauspiel Dresden.

    «Das Theater muss sich mit der Stadt auseinandersetzen»

    Mit einer Aktualisierung von Max Frischs Klassiker «Graf Öderland» ist dem Staatschauspiel Dresden eine überregional wahrgenommene Inszenierung gelungen, die die Gefahren einer Gesellschaft aufzeigt, die sich radikalisiert. Was kann Theater in Zeiten von Pegida?

    Der Dramaturg und Autor Robert Koall glaubt daran, dass das Theater ein Ort der kritischen Reflexion sein muss und sich nicht auf ästhetische Fragen zurückziehen darf. Die «Bürgerbühne» bildet dabei eine wichtige Scharnierstelle zur Stadt.

    Dagmar Walser

Autor/in: Peter Voegeli, Sabine Bitter, Dagmar Walser, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Eric Facon