Schwierige Migrationspartnerschaft Europa-Maghreb

  • Freitag, 10. März 2017, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 10. März 2017, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 10. März 2017, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

In den kommenden Monaten werden wohl Tausende von abgewiesenen Asylbewerbern aus dem Maghreb in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Diese sind in ihrer Heimat nicht wirklich willkommen. Eine echte Migrationspartnerschaft zwischen Europa und dem Maghreb steckt erst in den Anfängen

Die Anschläge von Berlin und Nizza haben gezeigt, dass sich chancenlose Migranten in Europa auf gefährliche Weise radikalisieren können. Entsprechend gross ist der politische Druck geworden, solche Migranten wieder in ihre Heimat abzuschieben. Dies betrifft vor allem Personen aus Nordafrika.

Deutschland und Italien haben eine schärfere Gangart angekündigt, und auch die Schweiz wird wohl versuchen, mehr abgelehnte Asylbewerber aus dem Maghreb abzuschieben.

Für die Maghrebstaaten stellen diese Abschiebungen ein Problem dar. Denn gleichzeitig kehren auch immer mehr Jihadisten in ihre Herkunftsländer zurück. Kontext hat in Tunesien mit Fachleuten, aber auch mit einem Migranten gesprochen, der nach einer Odyssee durch halb Europa wieder in seine Heimat zurückgekehrt ist.
 

Beiträge

  • Ein besseres Leben in Europa? Nicht unbedingt.

    Vergebliche Suche nach einem besseren Leben in Europa

    Lassad Rebai, ein junger Mann aus dem tunesischen Hinterland, machte sich im Frühjahr 2011 auf den Weg nach Europa. Doch statt Arbeit und einem besseren Leben wurde er auf seiner Odyssee durch halb Europa mit zahlreichen Problemen konfrontiert.

    Auch in der Schweiz hatte Rebai kein Glück. Zwar erhielt er einen positiven Asylbescheid, doch ein Leben in Europa hatte er sich anders vorgestellt. Schliesslich entschied sich der junge Migrant, wieder nach Tunesien zurückzukehren.

    Beat Stauffer

  • Asylbewerber werden in Sammelabschiebungen zurück in ihre Heimat gebracht.

    Abschiebungen und der Wunsch nach einer Migrationspartnerschaft

    Die Attentate von radikalisierten maghrebinischen Migranten in Europa haben den politischen Druck erhöht, Personen ohne Bleiberecht in ihre Heimatstaaten zurückzuführen.

    In den kommenden Monaten werden wohl Tausende von abgewiesenen Asylbewerbern aus Nordafrika in ihre Heimatländer abgeschoben werden. Für die betreffenden Länder stellt die Rückkehr dieser gescheiterten Migranten ein Problem dar; umso mehr, als auch zahlreiche Jihadisten zurückkehren werden.

    Kontext hat sich in Tunesien umgehört und mit Fachleuten gesprochen. Alle wünschen sie eine echte Migrationspartnerschaft mit Europa.

    Beat Stauffer

  • Miriam Behrens, Direktorin der Schweizerischen Flüchtlingshilfe.

    Freiwillige Rückkehr statt Zwangsabschiebungen

    Zwangsabschiebungen sind ein letztes Mittel, um Personen zu zwingen, das Territorium eines Staates zu verlassen. Sinnvoller wäre eine freiwillige Rückkehr von Migranten, deren Asylgesuch abgelehnt worden ist.

    Lassen sich solche Personen mit finanziellen Anreizen und einer Unterstützung bei ihren Projekten zu einer freiwilligen Ausreise bewegen? Wie hoch sollte die Rückkehrhilfe sein, damit sie funktioniert, aber keinen falschen Anreiz für andere Migranten bietet?

    Kontext diskutiert über dieses Thema mit Miriam Behrens, der Direktorin der Schweizerischen Flüchtlingshilfe, und Beat Stauffer.

    Beat Stauffer

Autor/in: Beat Stauffer, Moderation: Monika Schärer, Redaktion: Bernhard Senn