Souveränität in Zeiten der Globalisierung

  • Dienstag, 26. Januar 2016, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Dienstag, 26. Januar 2016, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 26. Januar 2016, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Die Staaten und die Wirtschaft sind international so eng vernetzt, dass sich die Frage stellt, wie gross denn der Spielraum der Nationalstaaten heute ist. Wie souverän kann ein Nationalstaat in der globalisierten Welt funktionieren?

Die Schweiz ist insgesamt 5014 Staatsverträge eingegangen. Sie übernimmt, ohne mitbestimmen zu können, einen grossen Teil des EU-Rechts und gehört rund 100 internationalen Organisationen an. Andere Staaten sind ähnlich stark in transnationale Prozesse eingebunden.

Kann ein Staat heute überhaupt einen völlig eigenen Weg beschreiten? Ist das wünschbar? Ist die Schweiz «fremden Richtern» ausgeliefert, oder tragen die engen internationalen Verpflichtungen zu einer besseren Welt bei? 

«Kontext» fragt nach der Bedeutung der Souveränität angesichts der Globalisierung. Beim Berliner Kulturwissenschaftler Joseph Vogl, bei der Politikphilosophin Katja Gentinetta und beim Politikwissenschaftler Laurent Goetschel.

Beiträge

  • Von sogenannten «Souveränitätsreservaten» spricht der Literaturwissenschaftler Joseph Vogl.

    «Souveränitätsreservate»

    Joseph Vogl, Literaturwissenschaftler an der Humboldt-Universität in Berlin und in Princeton, hat mit «Der Souveränitätseffekt» ein aufschlussreiches Buch geschrieben.

    Er beschreibt darin die Verflechtungen zwischen Wirtschaft und Staat und macht «Souveränitätsreservate» aus, die «autonom innerhalb der Regierungspraxis wirken und die Geschicke unserer Gesellschaften bestimmen», ein Patchwork von Institutionen und Gremien, die der demokratischen Kontrolle entzogen sind.

    Entscheidend ist für Joseph Vogl, welche Befugnisse die Nationalstaaten abtreten.

    Raphael Zehnder

  • Einzelgänger Schweiz – das geht in Zeiten der Globalisierung nicht.

    Eng verflochten

    Die Schweiz ist keine Insel, sie ist eng mit anderen Staaten verbunden. Ein unvollständiges Verzeichnis der Staatsverträge, Mitgliedschaften und wirtschaftlichen Verpflichtungen der Confoederatio Helvetica .

    Raphael Zehnder

  • Sie setzt sich regelmässig mit den Beziehung zwischen der EU und der Schweiz auseinander: Katja Gentinetta.

    Souveränität in der Praxis

    Souveränität – ein Mythos? Eine schöne, aber nur eingeschränkt praktikable Idee? Was gewinnt ein Land, wenn es sich transnationalen Gremien anschliesst?

    Es diskutieren die Politikphilosophin Katja Gentinetta, die sich in ihrer Beratungstätigkeit und ihren Kolumnen regelmässig mit den Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU auseinandersetzt, und der Politikwissenschaftler Laurent Goetschel (Europainstitut der Universität Basel), ebenfalls ein Spezialist für internationale Verflechtungen.

    Hansjörg Schultz

Autor/in: Raphael Zehnder und Hansjörg Schultz, Moderation: Hansjörg Schultz, Redaktion: Noëmi Gradwohl