Sprache und Globalisierung im internationalen Theater

  • Freitag, 12. Juni 2015, 9:02 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Freitag, 12. Juni 2015, 9:02 Uhr, Radio SRF 2 Kultur
  • Wiederholung:
    • Freitag, 12. Juni 2015, 18:03 Uhr, Radio SRF 2 Kultur

Theaterfestivals sind (auch) Spielwiesen des Kulturaustauschs. Doch ist Kultur überhaupt übersetzbar?

Im Zuge der Globalisierung ist auch das Theater internationaler geworden. Derzeit zeigen Gruppen aus der ganzen Welt an den jährlichen Sommerfestivals in Avignon, Salzburg, Edingburgh oder Zürich ihre aktuellen Theater- und Tanzproduktionen. Diese eröffnen oft alternative Perspektiven auf die Welt, wie sie in den Medien beschrieben wird.

Anja Dirks ist als Dramaturgin und Kuratorin seit vielen Jahren im internationalen Theater unterwegs. Sie hat für die Wiener Festwochen gearbeitet, das Festival «Theaterformen» in Braunschweig und Hannover geleitet und ist neu die künstlerische Direktorin des Festival Belluard Bollwerk International in Fribourg. Bei diesem kleinen, experimentellen Theaterfestival ist Mehrsprachigkeit Programm. Inhaltlich setzt Anja Dirks in ihrer ersten Festivalausgabe einen Schwerpunkt aufs Thema «Festung Europa».

Buchhinweis:
Welttheater verstehen. Übertitelung, Übersetzen, Dolmetschen und neue Wege. Herausgegeben von Yvonne Griesel, Alexander Verlag Berlin 2014

Beiträge

  • Gebärdendolmetscher übersetzten eine Pinocchio-Aufführung am Deutschen Nationaltheater Weimar für gehörlose Zuschauer

    Yvonne Griesel: Die Kunst des Übertitelns

    Yvonne Griesel ist Übersetzerin und Dolmetscherin und arbeitet mit ihrer Berliner Firma «Sprachspiel» für viele grosse Theater in Deutschland, Frankreich und Russland sowie für internationale Festivals.

    Weil das Theater internationaler geworden ist, ist das Thema Übersetzung im Theater in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Neben den klassischen Übertiteln (analog der Untertitel im Kino) wird auch mit alternativen Formen des Übersetzens experimentiert.

    Dagmar Walser

  • Rabih Mroué mit Catherine Deneuve 2008 bei den Filmfestspielen in Cannes

    Rabih Mroué: «Auch in Beirut versteht das Publikum nicht alles»

    Der libanesische Performer und Regisseur Rabih Mroué ist einer der erfolgreichsten Künstler im internationalen Theater. Seine Arbeiten sind so kluge wie berührende Reflexionen über das Leben im Bürgerkrieg und über Situationen, in denen Wirklichkeit und Wahrheit auseinanderklaffen.

    Er geht davon aus, dass seine Arbeiten auf der ganzen Welt verständlich sind, selbst wenn das Publikum den Kontext nicht kennt. Wichtig dabei sei, keine künstlerischen Kompromisse zu machen.

    Dagmar Walser

Moderation: Bernard Senn, Redaktion: Dagmar Walser